Tag des Geotops

Der kleine Bruder (oder die kleine Schwester je nachdem wie man will ) des Tag des offenen Denkmals ist der Tag des Geotops am 19.09.2016.

Die Idee des Tage der Geotope:

„Geotope werden dann als wertvoll erachtet, wenn ein Interesse an ihnen besteht, das sowohl wissenschaftlicher, als auch ästhetischer Natur sein kann. Sie prägen nicht nur das Landschaftsbild einer Region – oft sind sie auch im Bewußtsein der Menschen durch alte Sagen, Legenden und Mythen verankert. Geotope sind also nicht nur Naturdenkmale oder Wissenschaftsobjekte sondern auch Kulturgüter, die es zu schützen und zu erhalten gilt. “ www.http://www.tag-des-geotops.de/

Ich will den Anlass nutzen um auf ein rares Geotop und Kulturdenkmal  aufmerksam zu machen:

Der jungsteinzeitliche Feuersteinbergbau am Isteiner Klotz bei Kleinkems.

Feuerstein und Jaspis sind geologisch fast das selbe, deswegen werden diese Bergwerke auch als „Jaspisbergwerke“ bezeichnet. Der Isteiner Klotz besteht aus Oxfordium Kalkstein. Ein besonders reiner Kalkstein. Hier wie auch in der „Kreide“ der berühmten Rügener Kreidefelsen sind Feuersteine eingelagert. Diese wurden vor ca. 6000 Jahren bereits im Neolithikum abgebaut. Die Menschen nutzten Feuerstein um daraus Waffen und Werkzeuge herzustellen. Noch heute werden spezielle Skalpelle mit Feuersteinklingen bestückt, da diese deutlich schärfer sein können als Skalpelle aus Metall.

Aber auch als Schmuckstein wurde und wird der Feuerstein genutzt. Meist heißt er dann in den Auslagen der feinen Geschäfte natürlich nicht mehr Feuerstein, sondern Jaspis (wobei der eigendliche Jaspis eng mit dem Feuerstein verwandt ist). Aber auch phantasivollere Namen sind mir für ein garnicht so seltenes Material schon untergekommen. Aber Feuerstein und Jaspis sind durchaus ein Unterschied! Am Isteiner Klotz chargiert der Feuerstein zwischen weiß und rot.

Am Isteiner Klotz haben die Menschen vor ca. 5000 -4000 v.u.Z Feuerstein bergmännisch abgebaut. Die Tiefe des Bergwerkes wird mit 20-40 m angegeben. Es ist der bisher einzigste gesicherte Nachweis eines neolithischen Bergwerkes in Deutschland!

Der Isteinerklotz ist eine Bruchscholle aus der Jura. Sie ist zwischen denSchollen von Schwarzwald und Vogesen verkeilt. Sie versperrte ursprünglich dem Rhein das Ablaufen nach Norden, so dass er durch die Burgunder Pforte ins Mittelmeer entwässerte. Es handelt sich um eher Fossilienarme Kalke. Der Rhein musste sich mühsam „durchnagen“ ehe er nach Norden abfließen konnte. Bis zur Rheinregulierung floß er unmittelbar am ISteiner Klotz vorbei und war für die Schiffer ein gefährliches Hindernis.

Am 18.09 zum Tag des Geotop ist das neolithische Bergwerk zugänglich! Im Normallfall ist die Fundstelle ob der schwierigen Zugangsbedingungen nicht zugänglich!

Ich selbst hatte bisher nicht das Glück das Bergwerk besichtigen zu können. Ein Stück weit bin ich neidisch auf all jene die nun die Möglichkeit zu dieser Zeitreise am 18.09.16 in Südbaden haben!

Übrigens: die Geologen streiten sich noch wie der Feuerstein entstanden ist. Waren es die Reste von gallartartigen Tieren oder doch Ausfällungen aus komplizierteren chemischen Prozessen? Klar ist nur die gesteinsbildende chemische Substanz ist Kiselsäure!

Ich denke ich werde zu den Begriffen Feuerstein, Silex und Co. demnächst einen Beitrag nachschieben.

Hier der Link zum Tag des Geotop

http://www.tag-des-geotops.de

Und da ein direkter Link zum Bergwerk nicht geht, hier die Details zur Besichtigung von der oben angeführten Webseite :

 

Steinzeitliches Bergwerk in Kleinkems
Beschreibung: Der Förderkreis des Museums in der ‚Alten Schule‘ führt um 15 Uhr durch das Jaspisbergwerk; allerdings müssen wir ohne Treppe dort hinaufklettern. Erfreulicherweise hat sich auch dieses Jahr die Bergwacht Istein bereit erklärt, uns unter die Arme zu greifen. Es können also einige Glückliche / Schwindelfreie angeleint auf schwankender Leiter auf Abenteuer-Expedition gehen und das Bergwerk besichtigen. Die Führung soll um 15 Uhr starten, mit dem Aufstieg wird aber natürlich früher begonnen … Die Teilnehmerzahl ist (leider, aber aus Sicherheitsgründen unvermeidlich) begrenzt.Die Museumsleiterin bleibt lieber auf festem Boden und macht, was sie am besten kann: schwatzen, erklären und interessante Sachen zeigen. Zum Jaspis- bzw. Feuersteinabbau im allgemeinen und besonderen, zur Zeit um 4000 v. Chr. und zu den Leuten, die damals hier wohnten … Damit fängt sie um 14 Uhr an und hört voraussichtlich gegen 17 Uhr wieder auf. Deshalb sollte sich ein Besuch auch für Nicht-Schwindelfreie und Zu-Spät-Gekommene lohnen, und natürlich wird man einiges in die Hand nehmen können. Berufs- und Nachwuchs-Pyromanen können sich außerdem in der Kunst des steinzeitlichen und altmodischen Feuerschlagens üben.
Veranstaltungsart:
Fuehrung, Vortrag
Bundesland:  Baden-Wuerttemberg
Landkreis:  Lörrach
Ort:  79588 Efringen-Kirchen – Kleinkems
Datum:  18.09.2016
Beginn:  14:00
Ende:  17:00
Treffpunkt:  Jaspisbergwerk s.u.
Ergänzungen:  Anfahrt zum Jaspisbergwerk von Kleinkems: von Efringen kommend die erste (!) Abzweigung nach Kleinkems rechts (Am Steinweg), dann sofort rechts die Zufahrt zum Tunnel, durch den Tunnel durch und parallel zur Bahn möglichst weit nach hinten fahren/gehen. P

Veranstalter

Veranstalter:
Museum in der ‚Alten Schule‘
Kontaktperson:
Dr. Maren Siegmann
Anschrift:
Nikolaus-Däublin-Weg 2
Telefon:
07628/8205
Email:
museum@efringen-kirchen.de

Es ist soweit!! Tag des offenen Denkmals!

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Zisterzienserinnenkloster „Güldenstern“ Mühlberg

Seit 1993 ist es eine schöne Tradition, dass Denkmäler die sonst den Besuchern nicht offen stehen am zweiten Septemberwochenende ihre Tore weit auf machen. Letztes Jahr nahmen mehr als 4 Millionen Menschen die Chance war Unbekanntes, Überraschendes, Anregendes kennenzulernen.

Hier findet Ihr die an diesem Tag geöffneten Denkmale:

http://tag-des-offenen-denkmals.de/programm/index_aktiv_bitv.html

Viel Spaß bei Exkursionen.

Netiquette

Auch wenn das ein geschlossener Blog ist und eigentlich es sich ausschließt das hier irgendwer aus der Rolle fällt, möchte ich zu den Netiquetten ein paar Worte verlieren.

Behandelt einander Höflich! Bitte! Die unsterblichen Gebrüder Grimm definieren „höflich“:

„..hat sich seit langer zeit schon die heute noch einzig gebliebene [Art] von höflich herausgebildet, die nur noch auf das feine, artige verhalten gegen andere, im umgang..“ (Deutsches Wörterbuch Bd. 10, Sp. 1690)

Ich halte viel davon erst daran zu denken das:

a) der andere auch (nur) ein Mensch ist. Aber natürlich kenne ich die heiße Wut dem Bazi, Saupreiß elendiger mit der Tastatur eins zu verwinken. (Allen Bayern tu ich hiermit Abbitte – das sprachliche Bild ist zu schön!) Doch dann greift b) und ich kann wieder kühl argumentieren.

b) sich einer Eigenart der scholastischen Diskussion zu erinnern: bevor man auf das gegenüber erwidert, dessen Argumente zu wiederholen.

Ein gutes Beispiel für den zivilisierten Umgang bietet das Bild „Die Kapitulation von Breda“! Das Unbehagen des spanischen Generale mit  der Situation ist fast körperlich zu spüren. Keine Spur von Triumph oder Übermut, eher schon ein „..dafür nicht..“. Die Peinlichkeit Sieger zu sein.

 

So das soll reichen! und ich hoffe diesen Beitrag nie wieder anfassen zu müssen!

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