Vom Frieden

 Aber gerade auch die Fähigkeiten (Anmerkung: gemeint sind militärische Fähigkeiten), die wir in die Waagschale werfen können, sind auch ein Beitrag dazu, dass andere wissen, dass es uns ernst damit ist, unser Gebiet zu verteidigen. Und damit eröffnen sich auch Möglichkeiten von Verhandlungen. Das heißt also, es reicht nicht allein, von Frieden zu reden, sondern wir müssen auch unter Beweis stellen, dass wir bereit sind, diesen Frieden zu verteidigen. Das ist ein Zusammenhang, der oft übersehen wird.“

Angelika Merkel bei der VJTF der Bundeswehr

„Dolor docet nos, sed timor nos commovet“ (Seneca in „Mächtiger als das Schicksal“)

Dank eines Geburtstagsgeschenkes konnte ich heute das obigen Zitat – das auf Deutsch heißt: „Schmerz lehrt uns, aber Entsetzen treibt uns an“ verifizieren. Ich kannte das Zitat  schon länger war aber mit der Zuschreibung wegen eines Pseudozitates vorsichtig. Der Spruch ist in der abgewandelten Form: „Lernen durch Schmerz, Motivation durch Entsetzen“ bei der Bundeswehr beliebt.  Es ist von dem von mir verehrten römischen Philosophen Seneca!

Und Judas ging hin und erhängte sich – Teil II

Früchte des roten Holunder

Wo über mythisches und greifbares gesprochen wird.

Holunder ist gleich Holunder? – Denkste!

Der Holunder gehört zur Gattung der Mochuskrautgewächse. In Europa gibt es vier Arten von denen wir zwei häufiger antreffen können. Das ist der schwarze Holunder (Sambucus nigraden die meisten von uns mit Holunder assozieren) und der rote Holunder ((Sambucus racemosa)). Am einfachsten sind beide an den Beeren auseinander zuhalten. Die des roten Holunder sind eben rot, die des schwarzen Holunder eben schwarz. Weiterhin sind folgende Unterscheidungsmerkmale zu nennen: 1.die Blätter des roten Holunder sind im Austrieb bronze- bis messingfarben und werden erst später grün. Die des schwarzen Holunder sind von Anfang an  grün. 2. Der rote Holunder bevorzugt schattige eher höher gelegene Lagen, während der schwarze Holunder (auch wenn er auch im Schatten gedeiht), sonnige Lagen bevorzugt. Die Unterschied zwischen beiden zu kennen ist wichtig, da im roten Holunder (insbesonders in den Samen/Kernen) die Giftstoffe deutlich stärker ausgeprägtsind als im schwarzen Holunder. Diese können durch kochen zerstört werden, sofern die Samen entfernt werden. Ins Reich der Legenden gehört der silberne Holunder (siehe unten). Alle weißen oder silbernen Varitäten des Holunders sind Züchtungen jüngerer Tage.

Der Holunder ist seit alters her ein Hausbaum (d.h. ein am Haus gepflanzer/gezogener Baum). Diesen Satz kann man vielfältig finden. Fragt man danach was „seit alters her“ konkret bedeutet werden gern  die Germanen oder Kelten genannt. Doch das ist spät. Denn im Umfeld der neolithischen Siedlungen des Voralpenlandes ist der Holunder als wahrscheinlich  gezielt angepflanzte Nutzpflanze nachgewiesen.Problematisch finde ich, dass ich bislang einiges was den Germanen dabei zugeschrieben wird erst in Publikationen nach 1900 finde.

Unbestritten: er war für die Alten ein besonderer Baum! Dem  allerlei mythisches nachgesagtwird. U.a. soll er Haus, Mensch und Vieh vor Bösen schützen, ja man soll an seinen Blüten ablesen können ob bis zur nächsten Blüte im Haus jemand stirbt. Ich persönlich glaube unsere Vorfahren waren praktische Menschen. Der Holunder gedeiht besonders gut wenn er viel Stickstoff bekommt. In Form von Tierdung ist dies im Umfeld der Häuser unserer Vorfahren der Fall gewesen. Daher wurde er nahe  bei den Häusern gepflanzt.

Doch nicht nur in der Vergangenheit wurde mythisches über ihn gedacht und geschrieben. Hier der Auszug aus einer alternativen Gartenwebseite:

Der Holunder unterstützt uns auf unserem Entwicklungsweg bei Veränderungen, er hilft uns, zu reifen und Altes loszulassen, damit wir Neues in unserem Leben begrüssen dürfen. Sich von alten Denkmustern oder überholten Glaubenssätzen zu verabschieden, braucht eine Portion Mut, der Holunder begleitet uns dabei mit seiner mütterlichen Schutzkraft und gibt uns seinen Segen

Hexerei – mache moderne Hexe vertritt die Ansicht das der Holunder ein Hexenbaum sei, denn er täte die Zauberei tragen und doch verdecken. Ich erwähne es sicherheitshalber – ich habe mit solch hanebücheneden Blödsinn nichts am Hut, es zeigt aber wie sehr er als eine besondere Pflanze bei uns verankert ist. In die gleiche Kategorie gehören auch die Geschichten vom silbernen Holunder – als ein Holunder an dem ein heiliger Mann vorbeigegangen sei und der um ein vielfaches nützlicher sei – die ich aus der Steiermark kenne.

Zu guter letzt: der Geruch der Blätter des schwarzen Holunder (den manche Menschen als unangenehm empfinden) soll seine Ursache darin haben, dass Judas sich an ihm erhängte….

Aber warum haben die Menschen derart viel in den Baum hinein projeziert? Der Holunder ist ein sehr nützlicher Baum. Seine Früchte enthalten jede Menge Vitamine. Extrakte aus Holunderblüten sind ein altes Heilmittel bei Erkältungskrankheiten. Dazu ist das Mark im Inneren des Holunder weich, seine äußere Hülle indess besteht aus einem recht harten Holz. Weswegen das Holz des Holunder sich für allerei Dinge in der Wirtschaft unserer Vorfahren eignete. In Summe war der Baum ein Geschenk der Götter für die Menschen damals, welche sich von Magie und höheren Einflüssen umgeben glaubten.

Vom Knotenstock

Hermann war spät doch noch losgegangen hoffte er doch noch die Stadt in der Nacht zu erreichen. Der Mond schien hell und so machte er sich wenig Sorge um den Weg über denWeg durch den Wald und den Berg nichts aus machte. Die Felder waren schnell überwunden, der Wald nahm ihn auf. Er war ein mutiger Mann doch der Wald sah so ganz anders aus. Der Mond warf lange Schatten auf den Weg und der Wind raschelte im herbstlichen Laub. Etwas mulmig war ihm schon zumute wie er so ausschritt. Da bemerkte Herrmann jemanden versteckt hinter einen dicken Baum am Wegesrand stehen. Entschlossen packte er seinen Knotenstock….“

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Rechtmäßigkeit? Mit Nachtrag

..die Massenerschießungen unter Stalin waren „rechtmäßig“, weil sie ja in strengem Einklang mit den strafrechtlichen Vorschriften erfolgten..,  (Zeit online vom 06.05.19)

In dem Artikel wird die Bindung an moralische Normen (welche einer solchen Rechtmäßigkeit im Weg stehen) als nicht mehr dem 21. gemäß bezeichnet.

Im übrigen: ich habe Naziopis gekannt die genau darauf gepocht haben: es wäre alles nach Recht und Gesetz zugegangen, das Dritte Reich sei deswegen kein Unrechtsstaat gewesen.

Nachtrag 10.05.19:

Die oben stehenden Zeilen habe ich ziemlich spontan geschrieben und  den Artikel dabei nicht verlinkt. Ich bin von Euch nach der URL gefragt worden und habe mich auf die Suche bei Zeit online gemacht. Ich wußte noch ungefähr was der Aufhänger des Artikels war (Beseitigung von Kreuzen auf den Gräbern von Opfern Stalins). Ich habe den Artikel nicht gefunden und daraufhin die ZEIT angeschrieben. Mir wurde heute etwas schmallippig geantwortet:

„…wir haben den Artikel zurückgezogen. Er wird zur Zeit überarbeitet und zu gegebener Zeit wieder online gestellt…“

Es scheint, nicht nur mir war der Artikel ungeheuerlich.