Meine Playlist – jetzt gerade in der Nacht

https://www.youtube.com/watch?v=beXW5s3ZCB4

https://www.youtube.com/watch?v=cM0w7CrKAr0

https://www.youtube.com/watch?v=SXKyii583cI

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https://www.youtube.com/watch?v=Cy44ocuoWhE

https://www.youtube.com/watch?v=YjKZPQpTS3c

 

 

 

Betreutes Fahren

Betreutes Fahren

Ich hatte Anlass mir ein Auto zu mieten um die australische Freundin meiner Schwester am Flughafen in Prag abzuholen. Doch es geht nicht um sie und auch nicht um das Land der Kängurus. Es geht um das Auto. Eigentlich wollte ich einen VW Passat, damit kann man auch als länger Mensch ordentlich fahren ohne gleich bei allen Langfinger wässrige Lippen auszulösen. Doch ich bekam ein Upgrade auf eine nietnagelneue C-Klasse von der Vermietungsfirma spendiert.

An fremde Autos gewöhne ich mich gut, aber dieses Auto hat mich genervt und auch nach 400 gefahren Kilometern war es mir wesensfremd. Wie das kommt? Davon will ich erzählen.

Ich habe das Auto in der Dämmerung übernommen und da braucht es notwendigerweise Licht, logisch den Lichtschalter zu betätigen. Nur hat dieses Auto eine Lichtautomatik welche die manuelle Wahl überschreibt. Ziel ist es eigentlich, dass die Lichtautomatik dafür sorgt das man immer adäquat beleuchtet fährt. In der Dämmerung fahre ich recht zeitig mit Licht, diesmal fuhr ich mit einer Art trägen Blinklicht on/off/on. Nicht nur das meine manuelle Vorwahl überschrieben wurde, das Auto meinte zu wissen wann genügend Licht noch da ist um auf Beleuchtung zu verzichten, im nächsten Moment änderte es seine Meinung. Besonders ärgerlich ist die Eigenschaft des Headupdisplay sobald man ausserorts oder in einem Tunnel ist, abzudunkeln. Soll jetzt der Beifahrer mit der Beifahrerin schmusen oder was?! Gerade beim Wegfall der äußeren Leuchtquellen benötige ich kläre helle Anzeigen entweder als klassische Instrumente oder gern auch als Headup aber bitte klar und gut zu erkennen.

Aber das ist nicht das einzigste Helferlein. Egal ob vorn oder hinten, links oder rechts es gibt Kollisionswarner welche laut aufquäcken wenn man (nach Meinung des Helferleins) zu nah an der Leitplanke fährt, zu dicht am Vordermann usw. Und nicht nur das die Helferlein anschwellen quicken, nein sie greifen auch ein und nehmen Gas weg! Das kann man zwar mit erneuten drücken auf das Gaspedal überschreiben aber man verliert beim Überholvorgang wertvolle Zeit. Überhaupt: fahren ist immer ein einschätzen von Situation, eigenem Können und Erfordernissen. So gut gemeint die Helferlein sind: ich bin noch immer selber tätig, hellwach und konzentriert fahren ist: tun, aktives handeln. Betreuten Fahren kann ich weder etwas abgewinnen noch finde ich es zielführend, es nimmt dem Menschen die Verantwortung ab in dem es bessere Einsicht der Notwendigkeit suggeriert, mithin ihm Verantwortung entzieht und ihn in letzter Konsequenz entmündigt. Betreutes fahren? Nein Danke!

Nachtrag: eine kleine Recherche brachte zu Tage: ein Unfall den die Helferlein verursachen fällt voll auf den Fahrer zurück. Sie suggerieren eine Sicherheit die es nicht gibt.

Also: Bleibt mir weg mit dem betreuten Fahren!

Wäschepuff

 

Quelle: Pixabay, Fotograf: MabelAmber

„Tu die schmutzigen Socken in den Wäschepuff aber dalli“ erschallte in der Kindheit die Weisung der verärgerten Mutter über irgendwo herumliegende Sachen. In der Zeit der Pubertät war der „Puff“ ein verruchter, geheimnisvoller Ort über den man die Erwachsenen reden hörte, den man aber selbst, selbstvertändlich nicht kannt. Und es war schon ein starker Satz festzustellen „Das stinkt hier doch wie im Puff!“ Was das eine mit dem anderen zu tun hat darüber machte man sich keine Gedanken.

Ein Pouffe (französisch) ist in der Schweiz eine Art Hocker – es kann auch ein Hocker mit abnehmbarem Deckel sein – somit ist ein Wäschepuff ursprünglich ein Korb mit Deckel, auf den man sich daraufsetzen kann und in den man die Schmutzwäsche unordentlich (d.h. unsortiert) hineinpackt. Unordentlich das ist das verbindende Wort!

Im Französischen kann man Unordnung mit „Bordel“ übersetzt. Aus Sicht der geordneten Bürger herrschte im Freudenhaus Unordnung. So etwas gehörte sich nicht. Irgendwo in der französischsprachigen Schweiz scheint dann der Begriff übergesprungen zu sein. Und nun ist ein Bordell eben auch ein Puff. Und die Wäsche? Tun wir brav in den Puff in den Wäschepuff eben!

 

Notgepäck – aus gegebenen Anlass

„Die Menschen, die ihre Häuser deshalb verlassen mussten, sollten nur das Wichtigste mitnehmen wie Papiere oder Medikamente, hieß von der Gefahrenabwehrbehörde der Stadt Treuenbrietzen (Kreis Potsdam-Mittelmark). Sie sollten zunächst in der dortigen Stadthalle untergebracht werden.“ (Quelle Sächsische Zeitung heute früh 7 Uhr)

So oder ähnlich lauten gestern Abend/heute Morgen viele Zeitungsmeldungen (z.B. PNN, Sächsische Zeitung, Welt) zu dem Waldbrand bei Jüterbog (warum die Zeitungen nur vage von südlich Berlin  bzw Potsdam sprechen bleibt deren Geheimnis). Ich habe etwas weiter nördlich in Potsdam lange Jahre gewohnt. Und ich habe Arbeitskollegen die aus der Gegend kommen. Ich habe heute mit zweien telefoniert. Einer hat Verwandte bei sich aufgenommen. Es ist gestern Abend eine hektische Räumung gewesen. „Ausweis?, Medikamente?, Jacke? – gut !raus raus raus“  so wurde mir zitiert.

Ich stelle nicht die Notwendigkeit der schnellen Evakuierung in Abrede. Es ist nur wieder ein Beleg für die Sinnhaftigkeit von Notgepäck.

Ursprünglich wollte ich die Zeitungslinks einstellen. Da die Artikel aber von den Zeitungen permanent überarbeitet werden verschwindet die Aussage ganz schnell im Nirvana.