5 Jahre EDC – ein Erfahrungsbericht

 

Zuerst: was ist EDC und was ist mein EDC?

EDC steht für Every Day Carry. Eigentlich kommt der Begriff aus dem Survival und charakterisiert eine Grundausstattung die immer am Mann oder Frau ist. Sie soll eine minimale Überlebensausrüstung sein. In der Szene werden Urbansurviavial und Wildernisssurviavel unterschieden. Doch darauf kommt es mir nicht an. Ich habe für mich EDC selbst definiert als ein Kit das mir hilft den Alltag besser zu bewältigen, auch in seltener auftretenden Situationen vorbereitet zu sein und im extremsten Fall (also der unwahrscheinlichen einer überlebensbedrohlichen Situation) Leben und Gesundheit zu sichern.

Am Anfang, als ich vor 5 Jahren angefangen habe mir ernsthafter Gedanken darüber zu machen, worauf ich vorbereitet sein will, habe ich viel darüber gelesen und intensiv Videos auf diverse youtube Kanälen gesehen. Die Informationen sind natürlich unterschiedlich, hat doch jeder seine eigene Meinung was unbedingt dazu gehört. Ich habe dann nachgedacht was ich für realistische Szenarien sehe und angefangen den Rucksack zu ergänzen. Beim lesen, sehen und diskutieren stand die Überraschung das einiges was ich selbstverständlich im Rucksack hatte (z.B. Taschenmesser, Lampe) nicht in der Allgemeinheit selbstverständlich ist (und ich schon ganz gut vorbereitet war). Ich habe dann erst den Rucksack um Dinge ergänzt die mir logisch erschienen und so eine Vorstellung von meinem eigenen EDC entwickelt.  Doch Every ist eben nicht nur der Rucksack (auch wenn er sehr oft mit dabei ist). Und so habe ich angefangen Jacken, Schlüsselbund und was man sonst so dabei hat auszurüsten. Denn mein EDC ist kein festes Pack was ich ein- und umpacke, sondern eine Reihe von Dingen die ich in meinem täglich genutzten Rucksack, der Weste und den Jacken habe. Ich kann heute sagen, dass die von mir definierten Gegenstände tatsächlich immer dabei sind (auch wenn es im letzten Sommer manchmal Überwindung gekostet hat die Weste anzuziehen).

Was gehört für mich dazu? Ein Taschenmesser mit mehreren Funktionen (Bundeswehrmesser, Victorinox o.ä.), eine Taschenlampe, ein Feuerzeug und/oder wasserfeste Streichhölzer, ein kleines Sanipack, etwas Geld.

Je nachdem wieviel Platz ich habe wird das EDC ergänzt und erweitert durch weitere nützliche Dinge: z.B. Wasser, Nahrung, ein Mulifunktionstool, Schnüre, Redundanten wie ein Feuerstahl usw. Der Inhalt meines Rucksackes deckt schon eine Menge Fälle ab. Der Inhalt der Jacken/ Weste ist da schon schmaler. Da ich in den meisten Fällen Rucksack und Jacke oder Weste dabei habe entsteht eine von mir begrüßte Redundanz denn: eins ist keins!

Meine Erfahrung: ich habe eine ganze Reihe von alltäglichen Situationen erlebt wo es von Vorteil war ein Messer, ein Pflaster oder Licht zur Hand zu haben. Zum Glück ist die Überlebenssituation mir bisher erspart geblieben. Zeit und Mühe hat das EDC mir alle mal gespart.

Zwei Aspekte der gesammelten Erfahrung will ich weitergeben.

  1. Unterbringung

Ein EDC ist nur dann hilfreich, wenn man es sofort zur Hand hat. Hier hat sich gezeigt, dass Kleidung aus dem militärischen Bereich von Vorteil sind. Sie haben mehr und größere Taschen (die sich zudem meist gut mit Handschuhen öffnen lassen). Das ermöglicht ein sinnhaftes Ordnungsprinzip. Z.B. Messer immer Brusttasche rechts, Lampe Tasche links unten. Niemand muss deswegen gleich in Camouflage herumlaufen. Es gibt viele Militärmodelle in schwarz, grün, braun also gedeckten Naturfarben.

Ganz besonders deutlich wird die Überlegenheit beim Thema Rucksack. Der taktische Rucksack ist hier mit seiner Unzahl an Taschen ein Ordnungswunder. Ich verstehe nicht, dass die Hersteller der zivilen Varianten nicht ein wenig vom Militär lernen.

2.Beschaffung

Es gibt unendlich viel an unterschiedlichen Ausrichtungsgegenstände. Es lohnt sich auf Qualität zu setzen, dabei aber auf das Preis-Leistungsverhältnis zu schauen. Das sei an einem Beispiel erläutert. Eine gute, aber günstige Lampe war nach einem Sturz nicht mehr brauchbar. Hier hätte ich besser auf Qualität gesetzt. Umgekehrt muss man nicht die teuersten Lampen von Thrunight (ich schätze diese Marke) kaufen und 100 EUR auszugeben. Man bekommt schon für 40 EUR schöne vollkommen ausreichende Lampen.

Oliv macht günstiger: ein Beispiel: Victorinox liefert das aktuelle Bundeswehrmesser. Das bekommt man in der BW Ausführung für ca. 20 EUR. In der zivilen Variante kostet es das Doppelte. Es lohnt sich daher erstmal zu schauen was es aus dem militärischen Bereich gibt.

 

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

Schreibe einen Kommentar