Besprechung „Neue Erkenntnise zum elsterglazialen Eisstausee in Sachsen und Böhmen (in Geologica Saxonica 5/2010)

Ich möchte nachfolgend eine Publikation vorstellen welche mir besonders wichtig ist. Es geht um den älter eisszeitlichen Eissstausee in Sachsen und Böhmen. Die Publikationen ist deswegen besonders wichtig weil sie die Befunde im Elbsandsteingebirge und den angrenzenden Gebieten erstmals zu einer gesamtheitlichen Deutung zusammenführt. Bisher widersprach immer einzelne Befunde der Deutung und die Diskussion wurde teils heftig geführt (z. B. Um das Eiszeit Denkmal in Bad Schandau).

 

Der Autor bereitet am Anfang sowohl den Forschungsstand hinsichtlich der Befunde als auch der Literatur auf. Anschließend legte er in gut lesbare aber doch wissenschaftlichen Stil den Ablauf der geologischen Ereignisse dar. Dabei referenziert er auf vergleichbare Phänomene der jüngeren Zeit die besser erforscht sind und somit Hinweise zum Ablauf geben. Am Ende fasst er den Erkenntnis stand nochmal zusammen. Karten im Anhang verdeutlichen die Dimension des Phänomen und ein Literaturverzeichnis hilft beim weiterlesen.

Der Autor führt den Nachweis das der elsterkaltzeitlichen Eisstausee das gesamte böhmische Becken und weite Teile Norddeutschlandes umfasste. Jedoch wahrscheinlich nicht zur gleichen Zeit. Ich versuche den Inhalt kurz zusammenzufassen: Das von Norden vorrückende Eis blockierte den Abfluß des Flußsystems der Elbe und anderer sächsischer Flüsse (z.B. die Elster bei Leipzig). Dadurch staute sich das Wasser vor den Gletschern. Wobei das Wasser das weitere Vordringen des Wassers behinderte. Der Vorgang lief dabei im Wechsel von Vorstoß und Rückzug ab. Schlussendlich drängte das Eis den Stausee im böhmischen Becken zusammen und über die Böhmisch-Mährische Höhe so das es zum Ablauf in das Flußsystem der Donau kam. Diese Bewegung lässt sich anhand von Bändertonen nachvollziehen und erklärt auch die schwache Ausprägung der Feuersteingrenze im Elbsandsteingebirge (eines der Hauptargumente gegen eine Vereisung dieser Gegend).

Und hier findet man die Publikation

https://www.senckenberg.de/wp-content/uploads/2019/08/05_pohlenz.pdf

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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