Wäschepuff

 

Quelle: Pixabay, Fotograf: MabelAmber

„Tu die schmutzigen Socken in den Wäschepuff aber dalli“ erschallte in der Kindheit die Weisung der verärgerten Mutter über irgendwo herumliegende Sachen. In der Zeit der Pubertät war der „Puff“ ein verruchter, geheimnisvoller Ort über den man die Erwachsenen reden hörte, den man aber selbst, selbstvertändlich nicht kannt. Und es war schon ein starker Satz festzustellen „Das stinkt hier doch wie im Puff!“ Was das eine mit dem anderen zu tun hat darüber machte man sich keine Gedanken.

Ein Pouffe (französisch) ist in der Schweiz eine Art Hocker – es kann auch ein Hocker mit abnehmbarem Deckel sein – somit ist ein Wäschepuff ursprünglich ein Korb mit Deckel, auf den man sich daraufsetzen kann und in den man die Schmutzwäsche unordentlich (d.h. unsortiert) hineinpackt. Unordentlich das ist das verbindende Wort!

Im Französischen kann man Unordnung mit „Bordel“ übersetzt. Aus Sicht der geordneten Bürger herrschte im Freudenhaus Unordnung. So etwas gehörte sich nicht. Irgendwo in der französischsprachigen Schweiz scheint dann der Begriff übergesprungen zu sein. Und nun ist ein Bordell eben auch ein Puff. Und die Wäsche? Tun wir brav in den Puff in den Wäschepuff eben!