Denk ich an Sachsens Talsperren…

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Talsperre Klingenberg
…nein dann bin ich nicht um den Schlaf gebracht. Es strömt und rauscht draußen. Ich weiß das der Schnee im Osterzgebirge vom Regen getaut wird, doch ich kuschle mich in meine Decken. Ich weiß da stehen ein paar Riesen aus Beton und unzählige kleine Wächter Wacht. 42 Talsperren 24 Rückhaltebecken 18 Stauseen und Speicher umfasst das sächsische System. Mehr als 300 Millionen Kubikmeter Wasser fasst dieses System. Seit dem Mittelalter gab es in Sachsen besonders im Erzgebirge Kunstteiche, Stausysteme und Röschen für den Bergbau. Ab dem 18. Jahrhundert ist die Nutzung dieses Systems für den Hochwasserschutz nachweisbar. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunders begann nach einigen Hochwassern die Planung für den Bau eines umfassenden Hochwasserschutzsystems. Da oft Starkregen über dem Kamm des Erzgebirges Auslöser ( (begünstigt durch den Schnitt des Geländes mit steilen Hängen tief eingeschnittener Täler und einer nur dünnen humosen Decke über dem anstehenden Fels) solcher rasch hereinbrechender Ereignisse waren, entschied man sich für ein dezentrales System. Es gibt keinen Bach und erst recht keinen Fluß im Erzgebirge der nicht Teil dieses Systems ist. Natürlich spielt auch der Wasserhunger der Industrien im Erzgebirge im 19 Jh. eine wichtige Rolle bei der Entstehung, dies ist nicht in Abrede zu stellen. Der Generalplan von 1897 führt jedoch den Hochwasserschutz an erster Stelle der Gründe an. Seitdem hat jede Generation daran gebaut. Die ersten Werke wurden noch vom sächsischen König eingeweiht (z.B. Malter und Klingenberg). Trotzt ersten Weltkrieg und Wirtschaftskrise wurde der Plan weiterverfolgt (z.B. Talsperre Carlsfeld). Im zweiten Weltkrieg entstanden z.B. der Speicher “Großer Galgenteich” und die Talsperre Amselbach. Die DDR baute z.B. die Talsperre Pirk, Gottleuba und Eibenstock. In jüngster Zeit kamen die Rückhaltebecken Lauenstein und Pöbelbachtal dazu. Es mag sein das der dezentrale Ansatz dazu geführt hat, dass auch in Krisenzeiten weiter das System vervollkommnet wurde. Es wurden in Krisenzeiten eben kleinere Vorhaben begonnen. Die Talsperren dienen heute auch zu 50 % der Trinkwassergewinnung. Dort aber wo das Wasser als Brauchwasser deklariert ist (z.B. in Malter) muss aber eine touristische Nutzung hinter dem Hochwasserschutz zurückstehen. Die Talsperren werden maximal zur Hälfte gefüllt, um Hochwasserspitzen abzufangen und den Scheitel des Hochwassers strecken (und damit niedriger) halten zu können. Eine Besonderheit sind die Verbundsysteme. Gegliedert in drei Verbünde sind die Anlagen durch Rohrleitungen und Stollen miteinander verbunden, so das ein Ausgleich in Mangelzeiten möglich ist. Eine Episode sei – gegenüber dem Originalabdruck in den Dresdner Neusten Nachrichten gekürzt und sinngemäß wiedergegeben – erzählt. 2002 bei dem Verheerenden Hochwasser lief die Talsperre Malter sehr schnell voll. Man hatte um des Tourismus willen einen hohen Wasserstand gehalten. Das Wasser tost über den Überlauf und richtet in den weiter talabwärts gelegenen Dörfern und Städten große Schäden an. Ein enormer Druck lastet seit Tagen auf der Staumauer. Die Talsperre ist eine der ältesten in Sachsen. Der Talsperrenmeister und der sächsische Umweltminister stehen vor einer schweren Entscheidung. Wenn ein Brechen der Talsperre zu befürchten ist muss die Entleerung der Talsperre unverzüglich eingeleitet werden, für die schon schwer geschädigten Dörfer und insbesonders für die Stadt Freital, talabwärts gelegen, wäre das mit extremen Konsequenzen verbunden. Anderseits bricht die Staumauer wird Freital, Tharandt und wie die Orte heißen vollständig vernichtet. Kann man der hundert Jahre alten Talsperre trauen? Die beiden begeben sich auf die Krone der Talsperre. Die Straße oben drauf ist längst von der Polizei gesperrt. Die Krone schwankt unter dem Druck bis zu 60 cm hin und her. Die beiden Männer beschließen, es zu wagen und den Druck aufrecht zu erhalten. Bei der Sanierung ab 2003 wird deutlich wie knapp die Talsperre gehalten hat. Aber Freital ist nicht im Wasser versunken. benutzte Quellen: “Talsperren in Sachsen,Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen.” (Redaktion Katrin Schöne und Britta Andreas) DNN Artikel aus 2003 (leider habe ich damals das Datum nicht vermerkt). “Das Hochwasser in Sachsen am 30. und 31. Juli 1897” Geheimrat Dr. Traudenwein (Dresden) Buch ohne Jahresangabe

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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