Die Bombe in Dresden und der Fluchtrucksack

(Foto mit freundlicher Genehmigung von Marcel Quietzsch von ddpix.de)

Ich hielt bisher nicht viel von einem Fluchtrucksack. Zu paranoid erschien mir einen solchen griffbereit (möglichst neben dem Bett!) stehen zu haben. Auch glaube ich nicht an eine Apokalypse a’la “Walking Dead” oder gar das demnächst plündernde Migrantenhorden durch unsere Straßen ziehen. Auch wohne ich auf dem Berg, bis zu mir steigt die Elbe beim besten Willen nicht. Außerdem ging ich davon aus, dass ich mental gründlich genug vorbereitet bin um in kurzer Zeit ein Fluchtgepäck zu packen.

Aber dann wurde eine Bombe gefunden…

Also in Dresden herrschte letzte Woche “Bombenstimmung”.

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https://www.youtube.com/watch?v=_08tRNRKI84

Und statt sich ruhig und friedlich entschärfen zu lassen hat Madam zum Tanz gebeten und ist am Ende explodiert!

Die Chronologie der Ereignisse verlinke ich hier:

https://www.sz-online.de/nachrichten/das-liveticker-protokoll-zur-entschaerfung-3940358.html

Was hat das aber jetzt bitte mit dem Fluchtrucksack zu tun? Ich habe mich mit Feuerwehrleuten, Evakuierten, Altenpflegern, Polizisten und Sanitätern unterhalten. Dabei kristallisierte sich folgendes (die Informationen oben ergänzendes) Bild heraus:

  • in der Regel hatten die zu Evakuierenden zwischen 5 und 15 Minuten Zeit die Wohnung zu verlassen
  • auch wenn Ihnen genügend Zeit zum packen gelassen werden sollte, war der Druck auf den einzelnen zumindest teilweise erheblich “jetzt und sofort” die Wohnung zu verlassen (denn die Behörden befürchteten eine Explosion der Bombe schon vor der eigentlichen Entschärfung)
  • In den Notunterkünften konnte zwar jedem ein Feldbett nicht aber jedem eine Decke zur Verfügung gestellt werden
  • Viele waren ungenügend vorbereitet / ausgerüstet
  • Über Komfort wie z.B. Kaffee am Morgen schweigen wir mal, ja es gab eine Art Versorgung, aber das war es auch schon

Fairer weise muss gesagt werden es war die größte Evakuierung wegen einer Bombe in Dreseden bisher. Trotzdem macht es mich nachdenklich.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt folgende Empfehlung:

“..Deshalb machen Sie sich schon vorab Gedanken über Ihr Notgepäck und halten Sie es auch soweit wie möglich griffbereit gepackt.”

https://www.bbk.bund.de/DE/Ratgeber/VorsorgefuerdenKat-fall/Pers-Notfallvorsorge/Notgepaeck/notgepaeck.html

(Diese Empfehlung  kannte ich schon habe sie aber wie gesagt nicht ernst genommen).

Fazit: besser man sorgt selber vor!

Ich glaube immer noch nicht an Zombies oder den Bürgerkrieg mit den Migranten. Aber ich werde mehr Verantwortung für mich selbst übernehmen!

Für einen Fall wie die „Problembombe“werde ich einen Rucksack präparieren. Eine Decke, ein Glas löslicher Kaffee (okay: ich bin ein Koffeinjunkie), eine Mappe mit den wichtigsten Papieren und warme Sachen werden auf jeden Fall dabei sein. Über den Rest will ich noch nachdenken. Klar ich habe Vorstellungen was in ein Fluchtgepäck hinein gehört, aber anders als wenn man in der konkreten Situation packt, also Wetter, Jahreszeit, Anlaß  usw berücksichtigen kann muss man bei so einem Gepäckstück grundsätzlicher denken. Und so will ich mir  z.B. auch die Zeit geben die Packliste des BBKH und anderer zu vergleichen und zu durchdenken.

Warum eine Decke und kein Schlafsack? Nun ein Schlafsack leidet wenn er gerollt aufbewahrt wird (und in einem Fluchtgepäck ist er per Definition immer aufgerollt), einer Decke macht das aber nichts aus.

Warum gebrauche ich Fluchtgepäck / Notgepäck synonym? Zum einen ich glaube nicht daran ernsthaft mich über Tage und Wochen irgendwohin durchschlagen zu müssen, aber ich glaube daran, dass ich durchaus auch länger nicht nach Hause zurück kann wegen irgendeiner Naturkatastrophe. Die Anforderungen sind ähnlich, nicht gleich und was und warum ich es einpacke darüber  entscheidet welche Szenarien ich für denkbar halte.

 

 

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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