Die Erde dreht sich schneller

NASA/Goddard Space Flight Center/Scientific Visualization Studio – frei zur nichtkomerziellen Verwendung

Verblüfft haben Geowissenschaftler festgestellt das sich die Erde im letzten Jahr um etwas mehr als eine Millisekunde pro Umdrehung schneller gedreht hat. Bisher ging man davon aus, dass die Erde immer langsamer wird bis sie eines Tages zum Stillstand kommt.Gern wurde dabei das Bild eines Kreisels der an Schwung verliert bemüht. Halbherzig erklären die Geowissenschaftler es mit “noch nicht vollkommen verstandenen Wechselwirkung zwischen dem  Kern und der ihn umgebenden Sphäre flüssigen Eisens” (GFZ Potsdam). Das hat mich zu der Frage gebracht: Was macht eigentlich die Umpolung des Magnetfeldes?

Zum Verständnis dessen was unser Erdmagnetfeld erzeugt (soweit wir es wissen) sei hier die ESA Erklärung zum Magnetfeld der Erde wiedergegeben:

“…Im Zentrum befindet sich der Erdkern. Er besteht aus Eisen, Nickel und Silizium und hat einen Durchmesser von etwa 1250 Kilometern. Der innere Kern wird von einem äußeren Kern aus flüssigem Eisen umschlossen, der elektrisch leitfähig ist. Ihm folgt der etwa 2900 Kilometer mächtige Erdmantel, ein zähflüssiges inhomogenes Gebilde aus Silikaten und Oxiden. Der Mantel wird abschließend von der Erdkruste umschlossen.

Die Induzierung eines magnetischen Feldes im äußeren flüssigen Kern lässt sich nach den Regeln der Magnetohydrodynamik beschreiben. Das ist die Wissenschaft vom Verhalten elektrisch leitender Fluide in magnetischen und elektrischen Feldern. Der so erklärte Mechanismus wird auch als Geodynamo bezeichnet. Voraussetzung dafür ist die Bewegung der flüssigen Materie im äußeren Kern, die hauptsächlich in Form von Konvektionsströmungen stattfindet. Diese Strömungen bilden sich durch aufsteigendes heißes flüssiges Material, das sich bei gleichzeitiger Abkühlung vom heißen Kern fortbewegt und dann wieder in Richtung inneren Kern sinkt.”

Wenn also die Bewegung der flüssigen Materie im äußeren Kern verantwortlich ist für das Magnetfeld der Erde, dann könnte die Beschleunigung der Umdrehung der Erde,- um im Vergleich zu sprechen – Reperaturversuch der Erde vorliegt das Magnetfeld zu erhöhen? Ich habe deswegen beim Helmholtz-Zentrum und bei der Max-Planck Gesellschaft nachgefragt, natürlich will kein Wissenschaftler diese Erklärung bestätigen (wir wissen zuwenig über die Mechanismen der innersten Erde), aber als unlogisch oder undenkbar mochten sie es auch nicht bezeichnen. aber etwas wurde von beiden Seiten betont: das Thema Umpolung des Magnetfeldes steht tatsächlich, wird aber in frühstens 3-4000 Jahren Auswirkung auf das Leben auf der Erde haben, alles andere ist ein Medienhyp aus 2019. Und sie verwiesen mich auf folgenden Artikel aus Spektrum der Wissenschaft der den bisherigen Wissensstand gut zusammenfasst: https://www.spektrum.de/news/polsprung-verraten-exkursionen-wie-sich-das-erdmagnetfeld-entwickelt/1707382

Das Helmoltz-Zentrum machte mich dann noch auf folgende Theorie aufmerksam:

Jedesmal wenn das Magnetfeld der Erde umgepolt wird, ist es eine Zeitlang sehr schwach. In dieser Zeit dringen die Sonnenwinde mit ihrer Strahlung besser zur Erde durch. Es ist beobachtet worden, dass dies jedesmal zu einer Steigerung der Mutation geführt hat (soweit erwartbar) was jedesmal zu einem Evolutionsschub geführt hat (sowei unerwartet). Es bleibt also spannend!

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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