Die Nomenklatur der Farben

Ein Blick ins Buch

Wer kennt das nicht: in alten Büchern  wird von „Preussischblau“ „Königsgelb“ oder „Aurikelviolett“  gesprochen.

Sucht man im Internet findet man mal mehr mal weniger schlüssige Beschreibungen die einander mehr als weniger wiedersprechen und doch keinen Eindruck von der Farbe vermitteln.

Vor einigen Wochen habe ich mich auf die Suche nach dem Farbton „bleumourant“ gemacht.

https://cognitatio-saxonia.de/bluemerant-wem-es-bluemerant-wird-dem-geht-es-nicht-gut/

Auch das „sterbende Blau“ ist ein Farbton aus der Präpantonezeit.

Durch Zufall ( oder registrierte es mein Gehirn weil es mich noch beschäftigte?) ist mir ein Farbsystem aus dem 19. Jh in die Hände gekommen:

„Werners Nomenklatur der Farben“ in der Bearbeitung von Patrick Syme.

Werner meint – Abraham Gottlob Werner (1749-1817). Dieser war ein bedeutender sächsischer Geologe . Berühmt wurde er für seinen wissenschaftlichen Streit über die Entstehung der Gesteine (Neptunismus versus Plutonismus). Doch um seine Verdienste  als Geologe geht es nicht. Vielleicht um seine als Mineraloge. Er entwickelte das erste systematische System zur Klassifizierung von Mineralen und in diesem Zusammenhang auch die „Nomenklatur der Farben“. Dafür das es der Ausfluss seiner Mineralienklassifikation ist, spricht das er die Farben ausschließlich, beispielhaft an Hand von Mineralien beschrieb. Der Schotte Patrick Syme ergänzte es dann um Beispiele aus der Tier und Pflanzenwelt. Das Buch hatte Charles Darwin bei seiner Expedition dabei und Alexander von Humboldt bezieht sich in seinen Beschreibungen auf Werners Nomenklatur.

Es ist verdienstvoll das der Haupt-Verlag sich der Mühe unterzogen hat dieses Buch heraus zubringen. Es ist in Leinen gebunden und auf hochwertiges Papier gedruckt. Im Innern sind nach einer kurzen Einleitung des Verlages und einer längeren von P. Syme, die Farbtafeln abgebildet. Daneben finden sich die Beispiele für diese Farbe aus Botanik, Zoologie und Mineralogie. die Beispiele machen greifbar welche Farbe gemeint ist. Das Buch ist dadurch sehr hilfreich festzustellen wie eine Farbe genau aussieht. Denn leider ist der Verlag dem heutigen Zustand der Farbtafeln im Original verhaftet geblieben und diese haben sich im Laufe von 200 Jahren nunmal verändert. Trotzdem und dem schmalen Umfang (80 Seiten) lohnt es sich dieses Buch in der Bibliothek zu haben. Wenn es mir gelingt bessere Farbtafeln zu finden, so werde ich darüber berichten.

 

 

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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