Ein Anmerkung zu Wilhelm Tell

 

Wir kennen Wilhelm Tell zumeist nur in der heroischen Interpretation Friedrich Schillers. Sätze wie „..und hätt ich meinen Sohn auch nur geritzt….) oder „Durch diese Hohle Gasse muss er kommen“ prägen uns. Dabei war der Held der schweizerischen Fassung der Legende die Schiller vorliegen hatte, deutlich ambivalenter bis hin zur Zeichnung einer fragwürdigen Gestalt. Z.B. ist bei der Frage warum er den Hut nicht gegrüßt hat der Held wenig heroisch und sucht sich herauszuwinden er sei zerstreut. Erst als er in die Enge getrieben wird verhält er sich „mannhaft“. Anders bei Schiller! Klare Worte klare Kante! Der Held der schweizerischen Fassung der Legende war wohl auch näher an der Realität des 14 Jahrhunderts, als die Schillersche Idealfigur.

 

Was wenige wissen: Wilhelm Tell ist keine genuin alpenländische Erzählung. Der Stoff kommt aus Skandinavien. Zumindest was den Apfelschuss betrifft. Auch dort gibt es mehrere Fassungen. Meist geht es dort nicht gut aus. Eine Fassung ist die mit Toko und Harald Blauzahn (Saxo Grammaticus überliefert uns diese im zwölften Jahrhundert). Nach dem erfolgreichen Apfelschuss wird der Held – entgegen des Versprechens -von Harald getötet. In anderen Fassungen soll auch der Sohn mit daran glauben, nur der Einwand der Krieger des Königs verhindert dies. Der Einwand ist nicht die Humanität sondern das es keine Ehre bringt einen wehrlosen Knaben zu töten, er soll ihn heranwachsen lassen und sicher würde er seinen Vater zu rächen suchen und ihn dann zu besiegen gereiche zum Ruhm.

Was fasziniert mich daran? Auch heute grüßen wir viele Gesslerhüte.

 

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.