Ein Katzensprung in den Hängen des Weißeritztales

Auf dem “Drei Brüder Steig”

Es gibt Touren die ist man unzählige Male auf der Karte gelaufen ehe sich die Gelegenheit bietet sie tatsächlich zu laufen. Eine solche will ich Euch heute vorstellen. Die Tour ist teilweise schlecht oder garnicht beschildert. Ich versuche durch einige Bilder Hilfestellung beim finden des Weges zu geben. Aber vorab: der zweite Teil der Tour ist nur etwas für trittsichere Wanderer ohne Höhenangst! Und bitte zur eigenen Sicherheit nicht bei nassem Wetter laufen!

Zur Kleinopitzer Höhe wo unser Katzensprung seinen Anfang nimmt kommt man mit dem Freitaler Stadtbus oder dem Individualverkehr. Egal wie man anreist, unübersehbar wird die Höhe von einem großen Windrad dominiert und dahin laufen wir zuerst.

Unscheinbar steht im Schatten des großen Windrades eine Triangulierungssäule. Diese Säulen wurden zwischen 1862 und 1890 gesetzt. Neben einer exakteren Entfernungsmessung, als Basis wirklich zutreffender Landkarten war damals die große Frage der Geographen :“ Ist die Erde Orangen oder Apfelsinenförmig?“ (Heute wissen wir sie ist morph und passt sich mal in die eine mal in die andere Richtung an, analog eines Gummiballes, den man quetscht.) Mit Hilfe der systematischen Ausweitung des Meridianbogens über Sachsen, Preußen und die Länder der Donaumonarchie hinaus gelang des diese Frage befriedigend zu klären. Unsere Säule ist eine Dritten Ranges. Sollte dieses Stück Landvermessungsgeschichte mehr Leute als nur mich interessieren, schreibe ich gern hier im Blog darüber.

Links die Triangulierungssäule und unser Weg, am Horizont der Tharandter Wald

Von der Kleinopitzer Höhe schweift der Blick vom Elbtal und den Borsberg über das Elbsandstein- und Osterzgebirge mit dem Wilisch und dem Luchberg, bis zum Tharandter Wald und der Wilsdruffer Hochebene. Hier oben kann man grandiose Wetterstimmungen erleben. Unser Weg führt uns mit dem Wanderzeichengrüner Strich nach Südosten und abwärts abwärts zur Waldkante. Erst ist es ein gut ausgebauter Wirtschaftsweg Wir folgen der Waldkante bis der Wirtschaftsweg in den Wald abbiegt (zur Siedelung „Neue Heimat“) und bleiben auf einem schmalen Pfad an der Waldkante bis quer vor uns der Wald das Feld begrenzt. Hier tauchen wir in den Wald ein und halten uns links des beginnenden Kerbtales.

Blick zurück auf den Fahrweg vom Pfad an der Waldkante aus . Der Fahrweg geht nach rechts in den Wald und man muss den kleinen Pfad am Waldrand wählen.

Durch einen schönen Wald folgen wir diesem Weg der nach 1-2 Kilometern steil, erst gerade dann in einer Serpentinen abfällt, Am Grunde des Tales stehen ein paar Häuser. Wir queren den Talgrund direkt bei den Häusern und steigen direkt auf einem Fahrweg wieder auf. Ein herrlicher Ausblick auf Freital und den Windberg belohnt uns für den Schweiß des Aufstieges. Wir befinden uns jetzt auf der Taubenleithe. Kurz bevor der Wald aufhört (das Feld ist schon zu sehen, wendet der Weg sich nach rechts.

Oberhalb der Taubenleithe, am Ende dieses Weges, kurz vor dem Feld geht es scharf nach links
Blick von der Taubenleithe zum Windberg

Es folgen mehrere hübsche Aussichtspunkte. Unter anderem der auf dem Backofenfelsens. Der Felsen ist etwas ganz besonders. Er entstand durch die vulkanischen Kräfte des Tharandter Waldes. Für den geologisch Interessierten lohnt es sich aber mehr ihn von unten oder (mit einem starken Fernglas) vom Gegenhang zu betrachten. Wieder geht der Weg parallel zum Hang und windet sich ein paarmal ehe er abfällt. Wir müssen fast bis auf dem Grund ehe nach links eine Schotterstrasse abbiegt und wieder bergauf führt. Nach der ersten Kurve muß man sich hier im halben Hang nach links halten (keine Ausschilderung!() um zum 3 Brüder Steig zu gelangen. Am direkten Einstieg warnt ein Schild. 

Das Schild am Anfang des Drei Brüder Steiges

Der nun folgende Steig ist etwas das man in der lieblichen sächsischen Landschaft so nicht vermuten würde. Zwar hält der Sachsenforst den Steig im groben begehbar, aber es sind sehr schmale Pfade und nicht über alle Tälchen gibt es Brücken. Zum Teil ist es ein richtig ausgesetzter Steig der nur vom geübten Wanderer und nur wenn er trittsicher ist begangen werden sollte. Dafür ist es einer der schönsten Wege im Nahumfeld von Dresden. Eben keine Wanderautobahn. Immer wieder bieten sich tolle Ausblicke. Wichtig: auf den knapp drei Kilometern gibt es nicht wirklich die Möglichkeit sich zu setzen um auszuruhen. Wer eine Rast braucht sollte vorher rasten. Der Weg führt uns im oberen Drittel des Hanges längs des Weißeritztales bis nach Tharandt.

In Tharandt , dort wo der Steig gerade in den Bürgersteig der Strasse mündet, wenden wir uns rechts steil bergauf.

Nach rechts auf dem unscheinbaren Pfad geht unsere Tour weiter.

Schon die ersten Ausblicke zur gegenüberliegenden Höhe mit der Ruine der Burg Tharandt belohnen für die Mühsal des Aufstieges. Bald kommen wir an einen Abzweig  nach links. Ein schmaler Pfad führt direkt zur Johannishöhe während der eigentliche Weg scheinbar an dieser vorbei führt. Aber Achtung der Pfad ist halsbrecherisch und in Teilen lebensgefährlich. Wenn man dem eigentlichen Weg (eigendlich auch eher ein Pfad) folgt kommt man mit ein paar Kurven mehr zur Johannishöhe. Und dort öffnet sich dann das Panorama in seiner ganzen Schönheit. Tief unter uns liegt Tharandt! „Fels ist bezwungen – frei atmen die Lungen!“

Von hier folgen wir der Ausschilderung und laufen auf einem breiten Fahrweg zur Hohen Strasse und zurück zur Kleinopitzer Höhe. Die Tour ist laut diverser Internetquellen 10 Kilometer lang. Ich habe 18.500 Schritte gebraucht was etwa 15 Kilometern entspricht. Dazu kommen 450 Höhenmeter rauf und auch runter. Auf jeden Fall ist es eine wunderschöne aber anstrengende Tour.

Die Hohe Strasse

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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