Evakuierungsleitfaden der Stadt Dresden

“Wrack” Mit freundlicher Genehmigung von Anja Stein

Ich hatte2018 über Notgepäck geschrieben:

Die Bombe in Dresden und der Fluchtrucksack

Der Artikel war durch Erfahrungen von Evakuierten und zur Evakuierung herangezogenen Ehrenamtlern motiviert.

Mitten in der Coronakrise hat die Stadt Dresden ihren Evakuierungsleitfaden aktuallisiert. Dies ist still und leise ohne Pressearbeit geschehen. Was sind die Neuerungen?

  1. Notunterkünfte sind nur noch als Angebot, nicht mehr als Verpflichtung der Stadt dargestellt
  2. in den ersten zwölf Stunden ist keine Versorgung der in der Notunterkunft befindlichen mit Essen und Trinken vorgesehen
  3. Explizit wird darauf hingewiesen, dass man den Schlafsack / Decke bitte selber mitbringen soll

In der Summe ist also das was bereits 2018 beobachtet wurde in teilweise verschärfter Form niedergelegt worden. Zusätzlich hat mir ein Ehrenamtler vom THW berichtet, gibt es neue Ansätze wieviel Hilfskräfte zur Evakuierung benötigt (und somit abgerechnet) werden. Die Zahl ist geringer geworden. Der Druck: schnell, schnell raus… dürfte steigen. Ich fühle mich in der Frage des Notgepäck bestätigt.

Doch 2018 habe ich noch geschrieben, dass ich mir nicht ernsthaft vorstellen kann, mich Tage und Wochen irgendwohin durchschlagen zu müssen. Das hat sich mit der Coronakrise geändert. Nachdem der Innensenator von Berlin – unqualifiziert – darüber schwadroniert hat des es sein könne das man die ganze Stadt schließen und abriegeln müsse, habe ich mich gefragt: “Was wenn Du in der Stadt bist?” Ich halte es für denkbar, dass ich in einer solchen Situation mich aus der Stadt schleichen und mich nach Hause durchschlagen muss. Das verändert einiges bei meinem EDC. Ich habe mir ernsthaft mögliche Etappen angesehen und mir Fragen zu Marsch, Lager, Versorgung gestellt. Insofern ändert sich schon etwas. EDC und Notgepäck werden länger durchhaltefähig ausgelegt. Natürlich kann man nicht für 6 Wochen Lebendsmittel dabei haben, aber man kann sich mal Gedanken machen wo bekäme ich was her. Z.B. hat eine Recherche von mir ergeben, dass viele Friedhöfe an meiner Route Trinkwasser aus den Wasserhähnen für das Gießwasser laufen lassen…

Übrigens, übermorgen ist bundesweiter Warntag. Ich bin gespannt wie es funktioniert.

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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