Frühjahr versus Frühling

Letzter Schnee mit freundlicher Genehmigung von „Firefly“ aus Wuppertal
(Bei Interesse an dem Bild ist ein Kontakt über www.artnet.de möglich)

Als ich meine Phänologische Beobachtung Vorfrühling erstellt habe, kam bei mir die Frage auf „Warum heißt das Vorfrühling?“ Das ist doch das Frühjahr.

Duden online belehrte mich „Frühjahr – Abschnitt des Jahres zwischen Winterende und Ende des Frühlings“ – also der Frühling??? Das konnte ich nicht glauben. Je länger ich nachdachte desto mehr Beispiele aus Literatur und Poesie fielen mir ein die differenziert die beiden Begriffe gebrauchten. Also habe ich angefangen in alten Lexikas nachzuschlagen. Zum Glück sind viele online verfügbar!

Der Herder von 1854 brachte den Durchbruch. Da stand schwarz auf weiß:

Frühjahr, in den gemäßigten Zonen die Jahreszeit, welche mit dem Eintritt des zarten Beginn des Ergrünens und Erblühens beginnt und mit dem Eintritt des Aequinoctium endet.“ 

Auch der Brockhaus von 1809 definiert es ähnlich. Doch “ Brockhaus‘ Konversations-Lexikon“  von 1897 kennt nur den Frühling. Alles vor der „Frühjahrs-Tagundnachtgleiche“ (man Beachte die Verwendung Frühjahrs-Tagundnachtgleiche anstelle Aequinoctium !) ist für diese Enzyklopädie schlicht Winter.

Wiedermal erweist sich der Zeitgeist als oberflächlicher Geselle. Oder ist es der Mangel des direkten Erleben der Natur? Denn als „naturverbunden“ bezeichnet sich selbst in Befragungen eine deutliche Mehrheit der Deutschen. Verbunden der idellen Natur – der wirklichen fremd geworden?

Auch dieses Bild heißt „Letzter Schnee“ – mit freundlichen Genehmigung von
Valeri Lanski-Waldt

Warum habe ich diesem Beitrag zwei Bilder hinzugefügt?  Nun es kommt sehr selten vor das man zwei Künstler um Genehmigung anfragt und von beiden eine Zusage erhält!

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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