Ich bin Survivalmentor!

Wald im Spätherbst – Caspar David Friedrich

Ein Mentor ist jemanden den man fragen kann, der Rat, Orientierung gibt und mit nützlichen Wissen weiterhilft. Er ist jedoch niemand der aktiv einen anderen ausbildet – das wäre der Trainer. Soviel sei vorausgeschickt um Mißverständnisse zu vermeiden.

Ich bin also mit der Ausbildung als Survivalmentor fertig. Doch wie bin ich dazu gekommen? Das ich mich mit der Frage von Survival und realistischen Survivalszenarien beschäftige, ist den Lesern dieses Blog bekannt. Zum Jahreswechsel 2018/2019 reifte bei mir der Entschluss da noch mehr zu machen, mich systematischer damit zu befassen. Und so habe ich  bei Reini Rossmann – den ich sehr wegen seines Realismus schätze – angefangen die Ausbildung zum Survivalmentor zu machen. Wer mehr zu dem Kurs wissen will, der kontaktiere mich bitte direkt, es geht hier nicht um eine Bewertung. Nur soviel: wie bei jeder guten Ausbildung liegt der eigene Erfolg am eigenen Engagement.

Ich habe also Laubhütten gebaut, Wasser gefiltert und mich mit der Psychologie einer Survivalsituation befasst. Doch was ist meine Quintessenz? Ich möchte Sie in mehreren Punkten ziehen:

  1. Ich weiß das ich nichts weiß – die Ausbildung hat mir gezeigt in wievielen Themen ich an der Oberfläche kratze. Ich werde an einigen Themen dran bleiben.
  2. Der Faktor Ausrüstung wird unterschätzt! Ja man kann nur mit einem Messer es schaffen zu überleben, aber bleiben wir mal bei einem realistischen Survivalszenario: man hat sich beim Pilze suchen in einem größeren Wald verlaufen. Es ist Ende September. So gegen 17 Uhr wird einem gewahr das man ein Problem hat. (Man wird sich meistens dessen zuspät bewusst!) Vielleicht ist man schon im Kreis gelaufen (wir Menschen neigen dazu – das ist nicht esoterisch, sondern tatsächlich so). Jedenfalls stellt sich die Frage was man mit den maximal 2 Stunden Licht tut. Habe ich einen Kompass kann ich zwei Stunden stur in eine Himmelsrichtung laufen und werde in der Regel, in Deutschland, am Ende aus dem Wald sein. Aber Kompass ist Ausrüstung und mit den natürlichen Bestimmungsmethoden komme ich viel langsamer voran und in die Dunkelheit. Habe ich eine Stirnlampe kann das im Dunkeln weiterlaufen eine Option sein. Stirnlampe aber ist Ausrüstung! Also ein Notbiwak? Nachts sinken in dieser Jahreszeit die Temperaturen auf unter 10 Grad, Unterkühlung droht! Eine Laubhütte bauen? Dafür braucht man 6-8 Stunden! Hat man aber eine stabile Rettungsdecke (ich bevorzuge die vom US Militär) muss man nur eine Bodenisolation bauen. Das ist in zwei Stunden zu schaffen. Aber eine Rettungsdecke ist Ausrüstung! Natürlich: je länger eine Survivalsituation andauert umso mehr sind die Fähigkeiten mit möglichst wenig Ausrüstung klarzukommen gefragt. Doch – das sei nochmal betont – ich glaube nicht an die Zombieaphokalypse.
  3. Sei vorbereitet! Das ist auch eine Schlussfolgerung aus 2. Durchdenke was realistisch ist und habe gewisse Dinge immer mit dabei. Eine Survivalsituation wird sich nicht ankündigen! Damit kommen wir zu
  4. Gedankenhygiene – glaube an Dich! Lass nicht zu das Du Dich allein, verlassen oder hoffnungslos fühlst! Die Fallstudien die ich während der Ausbildung getrieben habe, zeigen dass dieser Punkt elementar ist. Menschen sterben selten wegen der objektiven Umstände sondern weil sie zu früh aufgeben. Bereite Dich psychologisch vor! Durchspiele in Gedanken Szenarien. Überlege draußen im Wald: wo würde ich einen Unterschlupf oder Wasser suchen.
  5. Erweitere Deine Fähigkeiten. Das fängt bei der physischen Fitness an (ich habe mich da 2018 überschätzt) und es geht um Fähigkeiten. Elementare Fähigkeiten, wie z.B. Feuer machen und Lagerbau sollten regelmäßig geübt werden. Befasse Dich auch mit Dingen die Du noch nicht so gut kannst oder weißt. Bei mir ist das z.B. Feuerbohren und Wissen über Bäume und Pflanzen.
  6. Betreibe Risikomanagement auch wenn es unmännlich o.ä. ist. Es überlebt nicht der Wagemutige sondern der Vorsichtige.

Das waren jetzt sechs Punkte zum Nachdenken.

Was hat sich für mich durch die Ausbildung  nicht verändert?

  1. Meine Einschätzung des „Heiligen Dreiklang“, also Messer – Feuerstahl – Amirettungsdecke. Diese waren schon zuvor meine Basis die immer mit musste. Natürlich kann man einwenden ob nicht z.B. Erste Hilfe Set und Wasserflasche dazu gehören. Ich kann aber eine Nacht draussen ohne sie überleben, ohne den heiligen Dreiklang wird das sehr schwer.
  2. Meine Einschätzung was ein realistisches Survivalszenario ist. Ich glaube weiterhin nicht an die Zombieaphokalypse.

Ja man kann mich Fragen, ja ich kann jemanden Orientierung geben. Aber ich werde immernoch ein Lernender sein.

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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