IF YOU CAN DREAM IT YOU CAN DO IT – ein Nachtrag

Alpenglühen unbekannter Künstler. Dank an den Besitzer für das Foto.

Vor ein Paar Tagen habe ich ein Video von Fritz Meinecke auf demS toneman Dolomiti Hike verlinkt und kurz etwas enthusiastisch dazu geschrieben. Bei längerem Nachdenken bleibt etwas nachzutragen.

IF YOU CAN DREAM IT YOU CAN DO IT

Mein Hymnus an den Kampfgeist von Fritz Meinecke bleibt bestehen. Aber es gibt auch Dinge die gefährlich und die zu zeigen für jemanden der 1,2 Mio – überwiegend junge – Follower hat, sich eigentlich verbietet. Bevor ich anfange – und das ist mir, da ich mich in der Rolle des Kritikers wiederfinde, besonders wichtig – möchte ich Teddy Roosvelt zitieren:

„Nicht der Kritiker zählt; nicht derjenige, der darauf aufmerksam macht, wie der Starke fällt oder wo der, der anpackt, es besser hätte machen können. Die Anerkennung gebührt dem, der tatsächlich in der Arena steht, dessen Gesicht staubig und verschwitzt und voller Blut ist; der sich wacker bemüht; der sich irrt, der wieder und wieder scheitert, weil es kein Bemühen ohne Fehler und Schwächen gibt; aber der sich tatsächlich bemüht, Taten zu vollbringen; der großartige Begeisterung, großartige Hingabe kennt; der seine Kraft auf eine ehrenwerte Sache verwendet; der im besten Falle am Ende den Triumph einer großen Leistung kennt und der, im schlimmsten Falle, sollte er scheitern, zumindest bei einem kühnen Versuch scheitert, so dass sein Platz nie bei den kalten und furchtsamen Seelen ist, die weder Sieg noch Niederlage kennen.“

Vergegenwärtigen wir uns einmal der Situation nachdem Bommel hat aufgeben müssen: 1. Fritz war ab da alleine unterwegs. 2.Er sagt selbst an einer Stelle das der Weg sehr wenig begangen ist. 3. Der Film zeigt teils erheblich schwieriges Gelände 4. Er wurde erst in der Dunkelheit zurück erwartet 5. Handyabdeckung war nicht gegeben. 6. Jemand wußte wo er entlang gehen wollte und wann er zurück sein wollte. 7. Er war Ultraligth unterwegs, weder ein Messer noch ein Kocher waren dabei.

In diesem Gelände ist eine Verletzung, welche einem am Weitergehen hindert, immer möglich. Auch der erfahrene Wanderer ist davor nicht gefeit. Unglückliche Umstände sind nicht vorherzusehen. In einem solchen Falle, hätte er weder Hilfe holen können noch wäre es wahrscheinlich gewesen zufällig gefunden zu werden. Er hätte ganz darauf vertrauen müssen das Bommel Alarm schlägt und Suchtrupps losgehen. Ob die Suchtrupps in Italien noch in der Dunkelheit losgehen weiß ich nicht. Die Wahrscheinlichkeit eine Nacht in 2000 Meter Höhe verbringen zu müssen ist hoch. Dafür hatte er fast nichts an Ausrüstung dabei. Ein paar Kleidungsstücke (die er früh getragen hatte) und ein Biwaksack. Also keine Bodenisolation und keine Möglichkeit dem Körper Wärme zuzuführen in dem man Tee kocht. Die Wahrscheinlichkeit so am Berg zu sterben war hoch. Mir geht es nicht darum, dass Fritz für sich selber das Risiko eingegangen ist, mir geht es um seine Vorbildwirkung. Seinen Kanal sehen viele junge Menschen und es dreht sich viel um Coolness. Wieviele wohl nach dem Motto handeln “Was der Fritz kann kan ich auch!” ? Jedes Jahr sterben ein paar Menschen die sich überschätzt haben oder verunglückt sind und zu spät gefunden werden im Elbsandsteingebirge, das reicht als Anhaltspunkt. Alpen, Dolomiten etc. sind dann nochmal eine Hausnummer mehr. Ich habe bei Fritz Meinecke angefragt aber keine Antwort bekommen. Bei allen Respekt für die persönliche Leistung, bleibt sie doch fragwürdig.

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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