KATZENSPRUNG: Rund um den Keulenberg

Quelle SachsenAtlas des Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN)

Zeit mal wieder für einen Katzensprung! Und für alle die schon vergessen haben was ein solcher ist:

“Manchmal reicht die Zeit nicht um groß wohin zum wandern zu fahren. Man hat nur drei oder vier Stunden Zeit, dass Wetter lockt, man will raus. Zeit dafür Dinge zu erkunden die in der unmittelbaren Umgebung sind – eben nur einen Katzensprung entfernt.”

Steht man auf der Talkante des Dresdner Elbtales sieht man nordwestlich einen markanten Berg liegen – den Keulenberg. Dorthin zog es mich die letzten Jahre, ohne das ich die Zeit dafür fand. Dieses Frühjahr war es soweit!

Mit dem Auto ist man in 30 Minuten von Dresden bis Oberlichtenau gefahren. Parkplätze sind im Ortszentrum bei der Gemeindeverwaltung, der Feuerwehr oder an der Keulenbergstrasse kurz vor der Grundschule zu finden.

Wir wenden uns von der Gemeindeverwaltung bergauf in Richtung Schloß. Das Barockschloss ist sehenswert und für den der mehr als die drei bis vier Stunden Zeit hat ist ein Verweilen und Schauen zu empfehlen. Gleich beim Parkeingang biegen wir nach links und nach 50 Metern wieder nach links ab. Schon liegen die Häuser des Dorfes hinter uns und wir laufen über die Wiesen.

Wir passieren mehrere kleine Gehölze und Teiche, immer wieder finden wir Tafeln mit heimatkundlichen Erklärungen. Und bald schon stoßen wir auf eine erste Station  des “Deutschen Volksliederwege” . Er wurde in den letzten Jahren angelegt und zeigt das dieses Liedgut hier noch lebendig ist.

Sobald wir den Wald erreichen halten wir uns leicht links. Alte Grenzsteine weisen aus wie weit die Flur des Schloßes Oberlichtenau ging. Nach kurzem Weg durch den Wald gelangen wir zu einer Schutzhütte und erreichen den Wanderweg – roter Strich auf weißem Grund. Ihm folgen wir bis hinauf auf den Keulenberg. Genauer gesagt dem großen Keulenberg. Doch zuerst geht es eine längere Steigung Bergauf zum kleinen Keulenberg.

Blick vom Kleinen Keulenberg nach Norden.

Der Weg verläuft durch den Hochwald. Weite Teile sind abgestorben und so bieten große Kahlschläge gute Ausblicke. “Wer – in des drei Teufelsnamen ist auf den Gedanken gekommen hier Fichte und Lärche zu pflanzen – denke ich mir. ” Beide Baumarten sind hier toter als tot, die Kiefern jedoch stehen auf dem Sand des Berges prächtig da.

Wir erreichen den Gipfel und verschnaufen erstmal. Der Gipfel hat eine wechselvolle Geschichte. So ist er zu DDR Zeiten ein Sperrgebiet gewesen und die Bewohner der umliegenden Orte sind im Herbst 1989 vor die Zäune gezogen und haben sich “Ihren Berg” wiedergeholt. Auf dem Gipfel gibt es eine Reihe an Gedenksteinen und Tafeln, auch sie zeugen von der wechselvollen Geschichte. Z.B. von der Schleifung des Bismarckdenkmales und seiner Wiedererichtung. Bedeutender ist die Nagelsche Säule erster Ordnung. Über Ihr erhebt sich das stählerne Gerüst des Aussichtsturmes. Es ist ein getreuer Nachbau des hölzernen Beobachtungsgerüstes der Zeit der Errichtung der Säule.

Wir wählen den steilen nordöstlichen Abstieg Richtung Königsbrück. Ab hier ist nicht unbedingt Verlass auf die Wanderwegemarkierung. Sind wir bis jetzt auf “Wanderautobahnen” unterwegs gewesen (dass der Keulenberg ein beliebtes Ausflugsziel ist zeigen die Papierkörbe mitten im Wald). folgen wir jetzt eher kleinen Wegen und schmalen Pfaden. Sobald wir den versumpften Hangfuß erreicht haben, ist der Wald abwechslungsreicher bestockt. Wir folgen einem Quellarm des Gräfenhainer Bachs  über die Hutung bis wir den Keulenbergweg erreichen. Wir folgen der Strasse ca 350m um dann  an einer scharfen Kehre auf einem kleinen Steig, eher dem Pirschsteig eines Jägers gleich uns nach Nordosten zu wenden. Im Prinzip kann man solange man nach Nordosten geht nichts falsch machen. Nach ca. 1,5 Kilometern steht man am anderen Waldrand in der Pulsnitzaue am Keulfluß. Dieser mündet 2-4 Kilometer weiter in die Pulsnitz  Wir wandern durch seine Aue bis wir zu den Keulenwiesen gelangen.  Es gibt mehrere Wege durch die Aue. Den offiziellen habe ich oben auf der Karte eingezeichnet. Es gibt aber schmale Pirschsteige am Waldrand, die einen genauso zum Ziel bringen.

Blick zurück zum Keulenberg

Durch Wald und Feldflur gelangen wir unspektakulär, vorbei an weiteren Stationen des Liederweges zurück nach Oberlichtenau. Die Gesamtstrecke beträgt ca. 15 Kilometer. Trittsicherheit ind vernünftiges Schuhwerk ist beim Abstieg vom Keulenberg gefragt. Im zweiten Teil der Tour ist eine Torpografische Karte  und ein Kompass zu empfehlen. Eine solche kann man sich z.B. kostenfrei beim SachsenAtlas des Geo SN ausdrucken,

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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