Katzensprung: rund um den Landberg

  • Der "Triebischsee"

Ein Katzensprung rund um drei Berge im Tharandter Wald…

Wir starten am Parkplatz des Waldimbisses in Spechtshausen. Von hier aus führt eine fast schnurgerade Waldstrasse in das Tal der Triebisch. Diese Waldstrasse ist angenehmer zu laufen als manch andere im Tharandter Wald (z. B. als der Warnsdorfer Weg). Am Anfang noch abwechslungsreich mit Laubgehölzen bestanden nimmt uns nach einer kleinen Wiese der Fichtenwald auf. Jetzt senkt sich auch der Weg stärker und bald sind wir im Tal der Triebisch. Wessen Flasche jetzt schon bedenklich leer ist kann diese an der Klingenquelle (100 m nach links) auffüllen. Wir wenden uns nach rechts am verwunschenen Triebischsee (eigentlich ein größerer Teich) entlang, immer im Flußtal. Die Waldstrasse ist zum Teil mit alten Laubbäumen alleeartig bepflanzt. Im Herbst lockt das Spiel der unterschiedlichen Farben.  Kurz hinter einem weiteren Teich ist rechter Hand das Loch einer Mutung im Fels zu entdecken. D.h. eine Stelle wo Bergleute früher auf der Suche nach Erz eine kleine Höhle in den  Fels geschlagen haben. Abwegig ist diese Suche nicht gewesen. Am Westrand des Tharandter Waldes gab es früher eine ganze Anzahl an Stollen die vorallem Silber, Eisen und Blei förderten. Die Waldstrasse führt genau dorthin und dürte bereits zu Zeiten des Bergbaues für den Transport von Holz zu den Bergwerken und ihren Verhüttungsstätten genutzt worden sein. Nach 10 Minuten straffen Schrittes  erreichen wir die Schutzhütte am Kirschberg. Ein Rastplatz lädt zum Verweilen ein. Von hier aus geht es den Reitweg folgend (die Wanderwegemarkierung fehlt!) steil hinauf zur Höhe 387. Oben angekommen halten wir uns links und nach nicht einmal einem Kilometer fast rechtwinklig nach rechts. (Sofern vorhanden folgen wir ab dem Kirschberg der Wegemarkierung „grüner Punkt“/Wegweisung Landberg.) Ab jetzt geht es durch einen abwechslungsreichen Laubwald. Bis wir links plötzlich das Kreuz eines Soldatengrabes  erblicken. Die beiden die hier liegen sind ein Beispiel für den schwierigen Umgang mit unserer Geschichte. Zu DDR Zeiten war das Grab nicht markiert, oberflächlich nicht vorhanden und der Forstwirtschaftsbetrieb beseitigte alle zur Erinnerung niedergelegte Dinge rücksichtslos. Zum Tod der beiden Soldaten gibt es drei Erzählungen. Vorab gleich – ich weiß nicht welche richtig ist, darum seien sie alle wiedergegeben.

  1. Erzählung: Die beiden gehörten zu einer größeren Gruppe deutscher Soldaten, welche sich am 7. Mai 1945 (damals tobten schwere Kämpfe im Raum zwischen Wilsdruff und dem Tharandter Wald) der Roten Armee ergeben haben und bestialisch abgeschlachtet wurden (Details erspare ich mir). Diese Erzählung habe ich zu DDR Zeiten von Leuten aus dem nahen Herzogswalde gehört.
  2. Erzählung: Die  „faschistischen Söldner“ wären SS Angehörige gewesen welche hier von der ruhmreichen Sowjetarmee niedergerungen worden sind (Ton und Wortwahl wie in einem Wanderheft zum Tharandter Wald aus DDR Zeiten (60ziger Jahre) pauschal über die Gegend und die Spuren der Kämpfe in diesem Wald ).
  3. Erzählung: Die beiden wären Wehrmachtssoldaten gewesen welche von der SS erschossen worden seien, weil sie nicht mehr kämpfen wollten. Diese Deutung war 2008 in den „Dresdner Neusten Nachrichten zu lesen.

Ich habe mich mal mit einem Heimatforscher aus Mohorn dazu unterhalten können. Er bestätigte mir, dass in dem Waldstück weitere Tote vermutet werden. Sah aber eher einen Zusammenhang mit den Kämpfen und den mehreren abgeschossenen Panzern im Kampf um den Landberg. Er kannte die drei Erzählungen, aber für keine davon Beweiße.

Egal was wahr ist wir wandern weiter am Waldrand entlang bis zum Gasthaus auf dem Landberg. Hier wählen wir den Geologischen Lehrpfad. Er führt uns über mal romantische, mal über triste Streckenabschnitte zu der Waldstrasse die wir zum Beginn der Wanderung gewählt haben. Wir gehen nach links und sind nach wenigen hundert Metern wieder am Parkkplatz am Waldimbiss in Spechtshausen.

Die Streckenlänge beträgt 12 Kilometer. Man sollte also 3 Stunden Zeit mitbringen. Die Strecke ist einfach zu bewältigen. Eine besondere Trittsicherheit ist nicht erforderlich.

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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