KATZENSPRUNG: Zum Steinhübel bei Unkersdorf

Quelle: SachsenAltlas GeoSN, dl-de/by-2-0, Einzeichnung rote Linie: Hausherr

Diese Tour ist eine kurze, in zwei Stunden ist man sie gelaufen.

Wir starten am Parkplatz der Schulzemühle (Zschonergrund). Hierher kann man mit dem ÖPNV oder dem Auto gelangen. Wer mehr Zeit hat, läuft ab Pennrich. Durch ein kleines Seitental gelangt man in den Zschonergrund und hält sich dann immer talaufwärts. So gelangt man erst zur Schulzenmühle und dann auch zu ihrem Parkplatz an der Staatsstrasse.

Bei diesem liebevoll restaurierten Fachwerkhaus gibt es einen Parkplatz von dem der Weg in den Zschonergrund abgeht.

Zurück zu unserem Start an der Schulzemühle. Wir folgen der Strasse ( Altnossener Poststrasse – also eine der wichtigen Verbindungsstrassen in der Zeit vor dem Chausseebau im 19. Jh.), durch die Talaue, nach Steinbach. Dabei können wir auf der Strasse gehen oder Trampelpfade auf der linken Bachseite nutzen. Die Tour beginnt nicht in Steinbach, weil hier schwierig zu parken ist. Wir gehen durch den Ort bis die Straße an einem alten Wegweiser nach rechts abbiegt. Wir halten uns jedoch gerade aus weiterhin auf der Altnossener Poststrasse.

Sreuobstwiese in Steinbach

Wir lassen bald Steinbach hinter uns und gehen beständig geradeaus. Im letzten Drittel des Weges blicken wir auf das Schlachtfeld der Schlacht von Kesselsdorf (15. Dezember 1745) aus der Perspektive des preussischen Zentrum herab.

Sobald wir die asphaltierte Verbindungsstrasse erreichen, verlassen wir die “Alte Nossener Poststrasse” und wenden wir uns nach rechts. Wir werden gegen Ende der Tour hierher wieder zurück kommen. Parallel zur wenig befahrenen Straße gibt es einen verwunschenen Weg.

Mühelos erreichen wir nun den Steinhübel. Ein kleiner Aussichtspunkt bietet einen weiten Blick in die Runde. Der Blick reicht von den Bergen der Westlausitz bis weit in das Böhmische, zu den Bergen des Osterzgebirges und schließt mit dem Erzgebirgsvorland und dem Meißner Hochland. Hier stand eine Nagelkschesäule 2.Ordnung, die – aus was für Gründen auch immer – in den achziger Jahren beseitigt wurde. Wenige Meter weiter wurde ein neuer Vermessungspunkt aus unscheinbarem Betonstein errichtet. Mich verbindet mit dem Platz etwas. Ich bin Anfang der neunziger Jahre an der Auffindung der Säule auf einem Lagerplatz in Ottendorf-Okrilla beteiligt gewesen. Einige uninspirierte Seelen hatten damals schon ihr neues (aus Westdeutschland geliefertes) Steinbearbeitungswerkzeug an der Säule ausprobiert. Der Ortsgruppe Gompitz des “Landesverein sächsischer Heimatschutz” , insbesonders Harald Worms, ist es zu verdanken das die Säule gerettet, restauriert und im Ortskern von Unkersdorf aufgestellt werden konnte. Dorthin wenden wir uns nun.

Die Nagelsche Säule…

Wir durchqueren fast den ganzen Ort, welcher das eine oder andere Kleinod beherbergt. Als Beispiel sei die Kirche aus dem 14. Jahrhundert genannt. und so sehr sich das Herz erfreut bei dem Anblick, so sehr stimmt es traurig, dass auch auf diesen Kirchhof unbekannte deutsche Soldaten liegen. Sinnlos verheizt in den letzten Apriltagen / ersten Maitagen 1945. Warum nur muss ich an Fontane denken?

»Wann treffen wir drei wieder zusamm’?«   »Um Mitternacht, am Bergeskamm.«     »Auf dem hohen Moor, am Erlenstamm.« »Ich komme.« »Ich mit.« »Ich nenn euch die Zahl.« »Und ich die Namen.« »Und ich die Qual.«

Fontane kannte den Schrecken des Krieges. Er hatte ihn 1870/71 erlebt und in seinem Kriegsbuch festgehalten.

Ortslage Unkersdorf

Wir laufen durch den Ort bis fast zum Ortsausgang . Von hier aus folgen wir dem Kesselsdorfer Weg. Er bringt uns durch die Feldflur nach Kaufbach. Hier müssen wir einen kleinen Umweg gehen (spitzer Winkel durch den Ortseingang) da der ehemals vorhandene Weg von der LPG in der DDR Zeit weggeackert wurde. Hier treffen wir auch wieder auf die “Alte Nossener Poststrasse” auf der wir bis zu dem Punkt laufen, wo wir sie verlassen und zum Steinhübel abgebogen sind. Von hier aus geht es auf bekanntem Wege retour zum Parkplatz an der Schulzenmühle.

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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