Klassenkampf mit Skatblatt?

„Kartenmischen, Fingerspreizen,

Bier und Würstchen mit Salat,

Null ouvert und Zahlenreizen:“

schrieb Erich Kästner im „Festlied für Skatturniere„. Dazu gehört ein zünftiges Blatt. Und ich halte mich jetzt nicht auf bei der Frage ob Deutsches-,Französisches-, Englisches oder gar Italiennisches Blatt! Nein ich bleibe ganz simpel bei:

Oben die  gegenwärtig weit verbreitete Form des Deutschen Blattes unden die sogenannte "Altdeutsche" Form.
Oben die gegenwärtig weit verbreitete Form des Deutschen Blattes unden die sogenannte „Altdeutsche“ Form.

Vor einigen Jahren habe ich mal an einer Führung im Deutschen Spielkartenmuseum in Altenburg teilgenommen. Dort wurde die Geschichte erzählt, dass die Nazis das „Altdeutsche Blatt“ (untere Reihe), durch das obere – heute viel verwendete – Blatt ersetzt hätten. Bergründung: das „Altdeutsche Blatt“ sei zuwenig völkisch!

Die Krux ist, die Geschichte kenne ich auch anders herum! Die DDR ließ das „Altdeutsche Blatt“ ersetzen weil es zu: „Bourgeois“ sei!  So erzählte man mir als Junge hinter vorgehaltener Hand.

irgendwie juckte es mich in letzter Zeit das Thema zu klären. Literatur zur Geschichte der Spielkarte geht auf das Thema nicht ein. So habe ich das Deutsche Spielkartenmuseum Altenburg angeschrieben -keine Antwort! Ich habe dort angerufen, die Dame welche abnahm fernmündlich bedrängt, das sie mich zur Museumsleitung durchstellt. Dort wollte man – trotz Redens mit Engelszungen – sich zu dem Thema nicht äußern. Klaus Grupp den Autor von: „Spielkarten und ihre Geschichte – Historisches um des Teufels Gebetbuch“  habe ich auch nicht erreichen können (mein Brief an den ASS Verlag mit der Bitte um Weiterleitung, blieb unbeantwortet). Daher will ich mich hier auf die Suche machen.

Gesucht wird:

  • der älteste Beleg für die gegenwärtig verwendete Karte (das könnte evtl. die DDR These falsifizieren)!
  • Hinweise zum Zeichner (auf den von mir genutzten Karten gibt es keine Angabe dazu)
  • Jede Form von Zeitungs- und Illustriertenartikeln, Büchern etc zu dem Thema
  • Zeitzeugenaussagen.

Hinweise bitte in die Kommentare oder über die bekannten anderen Kontaktmöglichkeiten.

 

 

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

2 Gedanken zu „Klassenkampf mit Skatblatt?“

  1. Ich habe heute mal Gerd Matthes zu Deiner Fragestellung kontaktiert. Er ist ein Spielkartensammler und -forscher aus Altenburg und hat mir neben einer kleineren Ausarbeitung samt Quellenangaben in Kürze zu deinen Fragen wie folgt geantwortet:

    Die Gerüchte, das dem DDR Regime die Darstellungen auf dem alten „Chemnitzer Skatblatt“ heroisch waren, hat schon seine Richtigkeit. Es war damals ein politischer Auftrag die vorhandenen Kartenbilder der Altenburger Spielkartenfabrik zu ändern. Beauftragt wurde der Rodewischer Grafiker Walter Kraus. Er zeichnete nach und nach alle vorhanden alten Kartenbilder neu, so auch das deutsche Skatbild.

    Viel Erfolg mit den Antworten! Bei weiteren Fragestellungen zum Skatblatt hilft er sicherlich gern weiter.

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