Rotmilian

Produktreviews sind normalerweise nicht Sache dieses Blogs.

Das ich jetzt über das Messer “Rotmilan”der Marke Parforce ,des Jagdausstatters “Frankonia”  trotzdem schreibe liegt daran, dass ich als ich es kaufen wollte,  im Internet und keine Besprechung finden konnte. Weder in einem Blog noch bei YT. Das verwundert, ist doch das Messer preislich erschwinglich obwohl es aus Damaststahl gefertigt wurde.

Zusätzlich hat Reini Rossmann mal über günstige Damaszener Messer gesagt “billiges Gelumpert das im wahrsten Sinne des Wortes in irgendeinem pakistanischen Hinterhof zusammengedengelt wurde und das man nicht vernünftig schärfen kann. “

Dem gegenüber steht die Aussage eines Hobbymessermachers das der Materialeinsatz bei so einem Messer bei 20 bis 30 Euro liegt. Mit den geringen Personalkosten in Asien könnte der Preis also passen.

Und: hat nicht Indien, China und Pakistan (um mal nur drei zu nennen)nicht alte Tradition in der Messerherstellung? Warum ihnen nicht zutrauen etwas vernünftiges zu schmieden?

So nun zum Messer. Es ist ein eher kurzes Messer mit einer Klingenlänge von 9,5 cm (Gesamtlänge 21 cm) und damit §42a konform. Die Klinge ist aus 440-C Stahl und 8 Lagen normalen Eisen welche miteinander damaszeniert wurde geschmiedet. Die Klinge kommt sehr scharf ab Werk und hält diese auch eine ganze Weile. Mit einfachen Schleifwerkzeugen wie dem Victorinox Messerschärfer kann diese sobald Abnutzungserscheinungen auftreten nachgearbeitet werden. Der Vorwurf das günstige Damastklingen sich nicht ordentlich schärfen lassen, kann ich, bei diesem Messer, nicht bestätigen.

Der Griff ist aus Swartziaholz, also Eisenholz und ordentlich verarbeitet keine Kanten, Überstände o. ä. Auch bei Stürzen auf steinigem Boden habe ich keine nenneswerten Kratzer festgestellt.

Das Griffstück hat am Ende ein Loch für einen Fangriemen. Mitgeliefert wird ein Riemchen mit einem “Hornriegel”- Was zum Geier ein Hornriegel genau ist, konnte mir Frankonia auch auf Nachfragen nicht erklären.Ich vermute ein Stück von einem noch nicht ausgebildeten Geweih, aber das ist eine reine Vermutung.

Das mitgelieferte Riemchen taugt nicht als Fangriemen. Weder von der Stabilität noch von der Länge her. Dabei ist gerade bei einem so kurzen Messer wichtig um beim hacken Zug aufbauen (in dem man möglichst weit hinten fasst) zu können.

Der Griff ist ergonomisch geformt und liegt gut in der Hand. Anzumerken ist: selbst für einen Mann mit schlanken Händen ist der Griff etwas zu kurz. Als Messer für Frauen und Jugendliche sicherlich ideal.

Die Lederscheide ist ordentlich verarbeitet.Das Messer ist so kurz das es beim Tragen am Gürtel nicht stört, bei anderen Messern ist das ja durchaus ein Thema. Allerdings hat der Hersteller dem Messer keinen Dengler spendiert, so dass das verstauen etwas fummelig ist. Ich habe daher einen großen Karabinerhaken zum Dengler erklärt. Dadurch hängt das Messer lockerer und die Scheide kann zum einstecken gedreht bzw. gekippt werden.

Das Messer steckt fest in der Lederscheide und kann nicht herausgeschüttelt werden.

In zwei Wochen habe ich das Messer intensiv getestet. Wobei ich den Aspekt Jagd (wozu das Messer ja gedacht ist) nicht testen konnte, da ich kein Jäger bin. Aber seine Outdooreigenschaften kann ich schon gut beurteilen. Es eignet sich zum schnitzen, hacken, Feddersticks machen ausgezeichnet. Die Feuerstahlbedinung geht super gut. Als Outdoor- / Survivalmesser ist es sehr gut geeignet. Meiner Meinung nach ist es eine ideale Ergänzung zu einem Victorinox, denn dort wo das Victorinox an seine Grenzen kommt hat es seine Stärken (z.B. hacken und hebeln). Besonders gut hat mir (trotzt das es für mich etwas zu kurz ist) gefallen wie es in der Hand liegt. Es macht Spaß mit dem Messer zu arbeiten.

Frankonia hat auf Nachfragen angegeben das es in Asien gefertigt wird. Ich hätte auf Grund der guten Verarbeitung eher auf Osteuropa getippt. Noch ein Wort zu Frankonia. Die Initiative zu dem Artikel ging von mir aus. Ich habe keinerlei Bezahlung oder Vergünstigungen dafür von Frankonia erhalten. Eher im Gegenteil: Frankonia hat auf Fragen auf die knappest mögliche Art geantwortet.

Das Messer mit dem Karabinerhaken als Dengler. Hier am Beckengurt meines Rucksack.

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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