Sachsens jüngstes Museum

Goldwäsche““De re metallica libri XII““ von Georgius Agricola, Basel, 1556,

Ende August hat das Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge (MiBERZ) in Dippoldiswalde eröffnet.

Entstanden ist es aus dem Projekt ArchaeoMontan. Wir erinnern uns: als eine Folge des schweren Hochwassers 2002 kam es in Dippoldiswalde zu unerwarteten Tagbrüchen. Verursacher waren Grubenbau die – wie sich später herausstellte – nur wenig jünger als der Freiberg Bergbau sind. In einer einzigartigen Kooperation zwischen Bergsicherheit und Archäologie wurden diese und weitere Grubenbaue in Sachsen und Böhmen untersucht. Spektakuläre Funde kamen zu Tage. Z.B. eine 800 Jahre alte Haspel die in situi aufgefunden wurde.

Das Projekt endet 2018, seine Funde werden in Dippoldiswalde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zu hoffen bleibt, dass die personelle Ausstattung des Museums eine Fortführung der wissenschaftlichen Arbeit zulässt. Zu wünschen ist auch, dass neben der Technik des Bergbaues die kulturhistorische Dimension Beachtung geschenkt wird. Und hier schließt sich der Kreis, das oben stehende Bild aus der „De re metallica“ wurde nicht zufällig gewählt. In Sachsen gibt es mehr als nur alten Silberbergbau. Der alte Häueraltar im Dom zu Freiberg war dem Heiligen Eulegius geweiht, einem Heiligen der mit Gold und Goldsuche in Verbindung gebracht wird, nicht mit dem Silberbergbau. Hat vielleicht Thomas Nesse recht, als er 1988 vermutete das die Goldseifen an Weißeritz und Strigis die Quellen des Reichtums und Aufstieges des Klosters Altzella inseinen  fühen Jahren waren? Fragen gibt es reichlich, ich wünsche der Museumsmanschaft viel Erfolg und Glück mit dem neuen Museum und beim lösen dieser Rätsel.

Benutzte Quellen:

Pressemitteilung zur Gründung des Museums und diverse Zeitungsartikel

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Eintrag zu Eulegius von Cordoba

Realencyklopädie der protestantischen Theologie und Kirche, Eintrag zu Eulegius von Cordoba

Herbergen der Christenheit 1987/88 (Artikel von Thomas Neeße ebendort)

Sächsische Heimatblätter 3/1988 (Artikel von Thomas Neeße ebendort)

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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