Stahlwerk

Im Stahlwerk – Otto Hamel

Im großen Saale da zischt es und dampft,

der stählerne Kolben das Eisen stampft.

Die Funken sprühn, der Glührost spritzt

der Eisenspan die Hände ritzt.

Um die Maschinen stehen die Männer herum,

wie Marmorbilder stehen sie stumm.

Nur einer hat kein kalt Gesicht,

ein Lachen aus seinen Augen bricht.

Morgen, morgen wird es sein,

da bringt er den ersten Lohn seinem Mütterlein.

Drei lange Jahre hat sie gehungert, gedarbt und gespart

drei lange Jahre bis er Geselle ward.

“Doch nun soll es anders sein,

ein Haus kauf ich meinem Mütterlein

und warme Kleider und warme Schuh,

und einen riesigen Schinken dazu!”

So denkt er froh und lacht – und grell

ein Schrei! Vom Rad ergriffen der unachtsame Gesell.

Vom Riemen in die Speichen gepresst,

die Eisenfinger fassen fest.

Man trägt die Leiche stumm hinaus,

weiter brüllt das Eisengebraus.

Flimmert auch Blut vor manchem Blick,

keiner tritt vom Werk zurück.

Das Eisen es birgt für sie Brot und das Geld,

Das Eisen, das Eisen es ist ihre Welt.

 

Ich weiß nicht von wem das Gedicht stammt. Ich habe es ohne Herkunftsangabe im Internet gefunden. Wer weiß etwas zu dem Gedicht? Eine erste Internetrecherche blieb ohne Erfolg. Mir hat besonders die plastische, packende Schilderung gefallen. Mitten im Leben sind wir doch vom Tod umgeben….

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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