Unter, Ober König, Daus

Oben die gegenwärtig weit verbreitete Form des Deutschen Blattes unden die sogenannte „Altdeutsche“ Form.

Ich habe vor einiger Zeit hier im Blog eine Frage aufgeworfen:

https://cognitatio-saxonia.de/klassenkampf-mit-skatblatt/

Eine treue Leserin hat nicht geruht bis sie einen Experten aufgetrieben hatte der auskunftswillig war.

Ich möchte Euch die Ausführung von Gerd Matthes nicht vorenthalten:

„In Deutschland gab und gibt es eine Vielzahl Spielkarten mit deutschen Farbzeichen, die territorial auf engsten Raum gebunden sind: die bayrischen, die fränkischen, die württembergischen, die sächsischen und andere Bilder. In Ihnen findet noch heute die Kleinstaaterei vergangener Jahrhunderte ihren Niederschlag.

Die „Neue Altenburger Spielkarte“ macht ein Ende mit dem Wirrwarr der verschiedenen Stielepochen in Bild und Beiwerk. Es ist eine neue deutsche, künstlerisch und historisch vollendete Karte im internationalen Format (oben genannte sind noch im alten Format) mit allen Vorzügen einer Turnierkarte.

Dem Eicheln ist die Gründung des „Heiligen römischen Reiches deutscher Nation“ zu Grund gelegt. Grün zeigt die Zeit des Ausganges der Kreuzzüge im 14. Jahrhundert. Im Rot finden wir den Aufstand der Bauern und Ritter gegen die territorialen Fürsten im 16. Jahrhundert und im Schellen den Sturz der absolutistischen Herrscher durch das aufstrebende Bürgertum im 18. und 19. Jahrhundert. Den Kartenbildern wurden allgemeintypische Charakterzüge gegeben: klug, aufrichtig, kräftig die Unter die ihren Blick heldisch in die Zukunft richten, überheblich, brutal, hinterhältig die Ober, prunksüchtig, faul, dümmlich die Könige die im Anschluss an die französische Revolution unsympathisch dargestellt wurden.

Zwischen der Erstauflage 1964 und dem heutigen Bild der ehemaligen DDR ( „Neue Altenburger Spielkarte“ ) gab es die verschiedensten kleinen Änderungen am Bildtyp und an den Indexzeichen. Dieses von Walter Kraus im Auftag der Altenburger Spielkartenfabrik 1964 neu entwickelte Kartenbild setzt sich ganz stark von den bisher bekannten Karten mit deutschen Farben ab. Es zeigt in seiner Bedeutung der Farben und Personen die politisch – kritische Stellung der DDR zu historischen Gegebenheiten. Die Figurenkarten des neuen und reformierten Altenburger Bildes werden verspottet und ähneln nicht den anderen deutschen Standart – Bildern. Die niedrigen Bildkarten (Unter) stellen die arbeitende Klasse dar, die Könige wurden als selbstgefällig und hochmütig charakterisiert. Das neue Altenburger Bild ist so auch nicht mit anderen Bildern Vergleichbar, es ist eben eine typische DDR – Entwicklung.“

Nochmals mein Dank an JLFMB!

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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