Was soll das?

Es war der blanke Zufall der mich an das belgische Bier ” La Trappist – koste die Stille” geraten ließ. In Schwarzort auf der kuhrischen Nehrung waren alle Gasthäuser welche das Bier von Volfas Engelman ausschenken voll. Besonders von Deutschen. Klar wir wissen wo es gutes Bier gibt. Darum führen wir zuweilen auch einen Bierkrieg.. .Aber ich schweife ab. Die Gasthäuser waren voll, ich aber wollte zum Abschied von der Nehrung noch ein Bier trinken.In einer kleinen Schänke geriet ich dann an das Trappistenbier .

Ohne recht zu wissen was ich da trinke, habe ich es probiert. Nicht das das Bier schlecht gewesen wäre, nein das Bier sorgte nicht für mein aufstoßen, sondern der Werbeslogan ” Trink die Stille!”. Mal. Abgesehen von der Widersinnigkeit Stille trinken zu wollen, muss man aus allem Kommerz machen? Reicht für die Werbung nicht das es ein Klosterbier ist? Die Stille in einem Trappistenkloster muss etwas besonderes sein. sie befolgen das zisterziensische Schweigegebot sehr genau (genauer als die Zisterzienser heute es selber tun, aber das ist eine andere Geschichte). Schon die benediktinische Stille ist beeindruckend. Ich begann Tante Google zu befragen und mein Aufstoßen wurde stärker.Formulierungen wie zum Beispiel “Bier ist nur Trappisten Ale wenn es in den Mauern einer Abtei unter der Aufsicht von Mönchen gebraut wurde…”sorgten dafür. Mir stösst auf: den meisten Menschen dürfte der Unterschied zwischen Klausur also der Bereich innerhalb der Klostermauer (im engeren Sinne der Lebens- und Arbeitsbereich der Mönche) und der Abtei (alle Gebäude und Ländereien die zu einem Kloster gehören) nicht bekannt sein. Es wird der Eindruck erweckt hier würde etwas von Mönchen, schweigend und schuftend hergestellt. gewiss sie sagen es nicht explizit, aber genau mit diesen Bildern spielen sie. Und das empfinde ich als infam, denn glasklar läuft es auf einen industriellen Betrieb in irgendwelchen der Klostergemeinschaft gehörenden Gebäuden mit angestellten Arbeitern und bezahltem Management hinaus.In die gleiche Kategorie gehört ” unter der Aufsicht..” Genügt es das Vater Abt den Geschäftsbericht wohlwollend zur Kenntnis nimmt? Oder was? Schreibt man eine Mail an das Kloster über die Bierwebseite, kommt die Antwort vom Vertriebspartner – die üblichen Textbausteine- nichtssagend und austauschbar.
Das alles passt nicht zum zisterziensischen Gedankengut (dem die Trappisten ja besonders rein und klar nacheifern wollen). Es ist sehr weltlich und wenig himmlisch, ein uneingelöster Anspruch eben.
Also auch ohne körperliche Beschwerden, fühle ich mich unwohl und werde das Bier meiden.

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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