Werner von Haefgen

Werner von Haefgen,
Quelle: Bundesarchiv CC-BY-SA 3.0

In den frühen Morgenstunden des 21. Juli standen im Berliner Bendlerblock die Verschwörer des 20. Juli vor dem Hinrichtungspeloton. (1*) Als die Schüsse fielen warf sich Werner von Haeften vor Claus Schenck von Stauffenberg und fing den Kugelhagel auf. Das Kommando musste auf den Grafennochmal anlegen. Diese Geste, die nutzlos zu nennen mir schwer fällt, hat mich schon lange beschäftigt. Wer war Werner von Haefgen? Die schnöden Daten kann man bei Wikipedia nachlesen. Mir ging es um die Persönlichkeit. Wenn die Susanne Beyer (Journalistin beim Spiegel) in einem 2009 erschienenen Artikel richtig zitiert (Sie gibt keine Quelle an *2) schreibt Werner von Haefgen an seine Verlobte Anfang 1944 „Leben ist mehr als nur Überleben. Was nützt es zu leben und feige zu sein?“. Es gibt nicht viel an öffentlich zugänglichen Zeugnissen.

Diese Männer gehörten zu einer Art die nicht viel über Gefühle sprachen, diese Männer ließen, lieber Taten sprechen. Und so ist die Geste von Werner von Haeften an seinen vorgesetzten Freund Claus Schenk von Stauffenberg zu verstehen : ich bereue nichts, allenfalls das Du mit hier stehen musst. Und da ist keine Bitternis das junge Leben so früh vollendet zu sehen, sie waren mit sich im reinen sie hätten unternommen was unternommen werden musste.

Nachklapp: Da es in letzter Zeit Mode geworden ist die Verschwörer des 20. Juli als angebliche Homosexuelle zu diskreditieren, mir ist kein Beleg bekannt das Claus Schenk von Stauffenberg oder Werner Haefgen homosexuell gewesen sind.

*1 Peloton – seit den napolionischen Kriegen der Begriff für das was wir heute einen “Zug” nennen.

*2 Warum bin ich so vorsichtig? Meiner Erinnerung nach habe ich das Zitat auch schon mal Helmut von Moltke zugeschrieben gelesen. Ich schaffe es nicht das kurzfristig zu recherchieren, denn ich schreibe den Beitrag recht spontan.

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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