Wiedermal: Survival

Fire – Amid Sadik . Mit freundlicher Genehmigung des Besitzer des Bildes.

Ich möchte heute über einige Aspekte des Survival sprechen die meiner Meinung nach in der Diskussion zu kurz kommen. Natürlich ist es toll über Ausrüstung zu reden und es gibt tolles Zeug, doch Dinge die meiner Meinung nach mindestens genauso wichtig sind kommen zu kurz.

Ich fange mal mit zwei Aspekten an, die schon noch ab und an eine Rolle spielen:

  1. Das beste Survivalmesser ist das was Du dabei hast. Will meinen: was nützt Dir coole Survivalausrüstung wenn sie zuhause im Schrank liegt während Du in der Survivalsituation steckst? Survivalsituationen passieren plötzlich und ohne Vorankündigung.Das führt – wenn man es weiter denkt dazu das man deutlich weniger Ausrüstung kauft und immer wieder minimiert denn es muß ja im Alltag immer mit dabei sein. Das gefällt natürlich den Leuten, die mit solcher Ausrüstung handeln, nicht, aber im Prinzip kommt man mit 100-150 EUR aus.

Ich zähle mal auf was man essenziell braucht:

  • Ein wirklich gutes Taschenmesser (ich empfehle das Victorinox Outrider den es hat eine feststellbare Klinge, Säge und Schere). Dieses Messer ist (mit Werbeaufdruck) für 25 EUR zu haben.
  • Rettungsdecke der US-Army oder der BW (20 bzw 5 EUR) wobei die der US Army eindeutig die belastbarere ist.
  • Feuerstahl (15 EUR), Sturmfeuerzeug (2 EUR) wasserfeste Streichhölzer (3 EUR).
  • Ein wenig Paracorde (1 EUR pro lm)
  • Erste Hilfeset (25 EUR – hier würde ich nicht sparen).
  • US-Feldflasche in Edelstahl mit Becher /große Metalltasse und Kunststoffflasche tut es auch (Wichtig ist einfach, dass man etwas hat worin man Wasser kochen kann. (ca. 20 EUR))
  • Ein bis zwei Pack Papiertaschentücher.
  • Eine Tasche in der ich diese Dinge transportieren und am Gürtel befestigen kann wenn ich ohne Rucksack unterwegs bin. (Ca. 30 EUR)

Natürlich ist es sinnvoll sich darüber Gedanken zu machen was man im Alltag so an Kleidung und Schuhen anzieht. Das sollte schon robust und bequem sein. Sinnvoll ist immer auch ein Tuch oder Schal dabei zuhaben.

  1. Die beste Ausrüstung nützt nichts wenn man sie nicht nutzt, also damit trainiert. Gerade beim minimalistischen Ansatz ist es notwendig zu improvisieren und das geht umso besser, wenn man seine Ausrüstung und ihre Möglichkeiten kennt. Verlasst Eure Kompfortzone! Übernachtet mal mit Euerer Ausrüstung spontan draußen (Bitte probiert bis Ihr Erfahrung habt das nur in Nächten mit mehr als 10 Grad C!)

Jetzt kommen wir mal zu einigen weniger bis gar nicht angesprochenen Themen

  1. Training – es werden von manchen Leuten Listen für Ihr Notgepäck veröffentlicht wo das Gewicht der Ausrüstung sich auf 30-40 Kilogramm summiert. Damit muß dann aber noch gelaufen werden. Das funktioniert nicht! Ein guter Ansatz ist – meiner Meinung nach – täglich 10-20 Kilometer zu gehen und sich systematisch an ein Gewicht von max. 20 kg auf den Rücken zu gewöhnen. Im Internet brüsten sich viele, konsequent zu trainieren, tun jedoch tun das vergleichsweise wenige.
  1. Hygiene wenn eine Survivalsituation länger anhält (die Eintrittswahrscheinlichkeit ist zwar gering aber denkunmöglich ist es nicht), also alles was über 48 Stunden hinaus geht, dann kommt der Hygiene gesteigerte Bedeutung zu. Nicht nur im Sinne des Gesundheitsschutzes, sondern auch damit man nicht verwahrlost. Auch wenn einen keiner sieht werden früh die Haare gekämmt (einen Kamm kann man sich schließlich schnitzen!) Halte ich mich selber und ordentlich, verhalte ich mich wie ein zivilisierter Mensch. D.h. ich achte mich selbst und die Regeln die mich zum Menschen machen. Verwahrlosung entmenschlicht uns und über viele Stufen landen wir am Ende bei Kannibalismus und anderen unschönen Dingen, Man weiß von Leuten die zehn Jahre und mehr allein im Wald gelebt haben ohne zu entarten und es gab welche die man schon nach zwei Jahren nur noch erschießen konnte.
  1. Gedankenhygiene – übe Dich beizeiten in negativen Gedanken das Positive zu erkennen und aus jeder Situation das Beste zu machen. Klagen hilft nicht! Z.B.Wenn Du Dich in Deiner Freizeit langweilst dann ist das nicht nur öde sondern auch die Chance mal die Dinge die Dich umgeben genau zu betrachten. Mache einen Spaziergang! Nimm den Weg den Du noch nie genommen hast und freue Dich, selbst wenn es eine Sackgasse war und Du zurücklaufen musst, daran das Du es jetzt weißt. Schon ist die Ödnis in etwas was Dir letztlich sogar Spaß machen wird gewandelt.
  1. Lerne Deine Umgebung kennen. Für Notfälle jeder Art ist es wichtig das Du das was fußläufig im Radius von zwei Stunden liegt  „wie Deine Westentasche“ kennst. Achte auf Verstecke und Ressourcen. Wie würdest Du gehen wenn Du Dich von zuhause weg schleichen müsstest und die Hauptstraßen meiden müsstest? Welche Quellen, Wasserstellen gibt es? (Ein Tip: in Deutschland fließt aus den Wasserhähnen auf Friedhöfen das gleiche Wasser wie in der Wohnung..)

Das sind diese Gedanken, die ich schon länger mal aufschreiben wollte….

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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