Zum 3. Oktober 2020

Gotischer Dom am Wasser – Karl Friedrich Schinkel

Ich will nicht heute hier 30 Jahre deutsche Einheit würdigen. Ich bin mir sicher andere werden bessere Worte als ich finden. Vaatz und Pazelt sind meine heißen Kanidaten jenseits des Mainstreams ,diesen Glücksfall – den man nicht mehr zu erhoffen wagte- würdig zu gedenken. Ich will heute Bärbel Bohley gedenken. Was habe ich diese Frau für ein Zitat verachtet!

„Wir haben Gerechtigkeit erwartet und den Rechtsstaat bekommen.“

Dieses Zitat war etwas was für mich absolut inkzeptabel war. Als Kohlanhänger war ich ohnehin auf gespannten Fuß zu ihr. Heute muß der – leider Toten – Abbitte tun. Denn das Zitat hat sie nie so gesagt, es ist das Werk eines  Journalisten namens Andreas Zielcke. Er brauchte eine Schlagzeile und mißbrauchte das nachfolgende Orginalzitat:

„Ich glaube auch nicht, daß die Strafjustiz in der Lage sein wird, Gerechtigkeit herzustellen. Die Schwierigkeiten zeigen sich an allen Ecken und Enden. Recht, so erscheint es uns jedenfalls manchmal, kommt als Ungerechtigkeit in den neuen Ländern an. Und darin sehe ich ein großes Problem. Unser Problem war ja nicht, den westlichen Rechtsstaat zu übernehmen, unser Problem war, daß wir Gerechtigkeit wollten. Und insofern haben wir natürlich dem Westen unsere Probleme vor die Füße gekippt in der Hoffnung, daß mit dem westlichen Rechtsstaat auch Gerechtigkeit in die neuen Länder kommt. Aber es sieht ja so aus, als ließe diese Gerechtigkeit lange auf sich warten. Und ich weiß auch nicht, ob das Recht selbst, das westliche Recht, dies überhaupt leisten kann. Ob da nicht vielmehr Politiker gefragt sind, Zeichen von Gerechtigkeit zu setzen.“

Bärbel Bohley

Noch heute wird sie falsch zitiert, vielleicht weil das falsche Zitat sogut zur Ablehnung des Rechtsstaates durch manche Leute passt, vielleicht weil vielzuviel abgeschrieben wird, vielleicht…

Sebnitz, Heidenau, Chemnitz, Böhmermann und “Polizisten auf den Müll” – wir sollten wirklich darüber nachdenken ob es richtig und gut ist den Medien soviel Macht einzuräumen. Und wir sollten uns selbst fragen wann wir das letzte mal uns selbst an die Recherche gemacht haben statt die Medien als Abkürzung um nicht zu sagen als Denkprothese zu benutzen. Denn Denkfaulheit ist es welche Sebnitz, Heidenau, Chemnitz, Böhmermann und “Polizisten auf den Müll”zum Skandal machen. In diesem Sinne: ich wünsche uns allen einen frohen und friedlichen Einheitstag!

Autor: Angtarion

"Si hortum in bybliotheca habes, deerit nihil" Marcus Tullius Cicero

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